31 Mai 2006

Level 2

Jetzt kann ich es euch ja sagen: Ich war die letzten knapp vier Monate gar nicht bei Google angestellt, sondern bei Manpower, weil ich als Neuling erstmal nur einen befristeten Vertrag bekommen hatte. Das ist jetzt aber vorbei: Seit gestern weiß ich, dass ich einen unbefristeten Google-Vertrag bekomme!

Freut mich riesig, da ich in meiner bisherigen Laufbahn noch gar nicht so oft unbefristete Verträge hatte, und natürlich haben wir das dem Anlass entsprechend gefeiert. Erstaunlich, dass in unseren Kreisen selten Digitalfotos gemacht werden. Zum Glück hat die Ocean Bar, in der wir waren, eine Website, da könnt ihr sie mal anschauen: www.oceanbar.ie

ist halt nahe bei Google.

28 Mai 2006

in München

Merkt euch schon mal vor: Ich bin vom 24. bis 26. Juni aus steuerlichen Gründen nochmal in München und freue mich, wenn wir uns sehen.

Yoga

Ich wollte euch ja noch etwas über Yoga erzählen, weil ich gerade einen Kurs mache. Ähnlich wie klassische Musik ist Yoga ein unüberschaubares Feld, und man muss als Neuling einfach mal irgendwo anfangen und schauen, wie es einem taugt. Yoga wurde anscheinend bei uns durch die Beatles bekannt gemacht und wird entsprechend seitdem mit verrückten Hippies assoziiert. Gleichzeitig ist es anscheinend gerade wieder in, weil Promis wie Madona es betreiben.

In der Wikipedia erfährt man, dass es viele verschiedene Schulen gibt und dass Yoga eine indische Philosophie ist, die bei uns aber hauptsächlich als körperliche Übung aufgefasst wird. Das wird in meinem Kurs au die Spitze getrieben, da er in meinem Fitnesscenter stattfindet. Keine Räucherstäbchen, keine "Om"s. Gut so.

Die Übungen, die wir so machen, könnt ihr euch hier anschauen. Falls es einfach aussieht: Es ist ganz schön anstrengend und man hat das Gefühl, wirklich etwas für den Körper zu tun. Zur Gymnastik kommen aber auf alle Fälle Übungen in Entspannung, Konzentration und Atmung. Ich schätze es als sportliche Tätigkeit, nach der man sich prima entspannt fühlt, gehe aber allem Schamanismus und Popgetue aus dem Weg.

25 Mai 2006

One Laptop per Child

Das ist mal eine gute Initiative: One Laptop per Child hat sich genau das zum Ziel gesetzt, nämlich jedem Kind in - wie sagt man - Schwellenländern einen Laptop zugängig zu machen. Jetzt wurde der erste funktionsfähige Prototyp vorgestellt, ohne Festplatte, dafür WLAN-fähig und mit einer Kurbel, mit der man im Notfall Strom erzeugen kann.

In Industrieländern soll das Ding nicht verkauft werden. Es gibt aber eine Initiative von Freiwilligen, die sich bereit erklären, 300$ zu spenden, wenn sie dafür ein Notebook bekommen. Hier kann man sich schon mal als Interessent eintragen. Sie hoffen, dass sie genug Interessenten zusammen bekommen, so dass der Hersteller es sich überlegt, aber sicher ist es natürlich nicht.

21 Mai 2006

Selbstgeworfnes

Über das verlängerte Wochenende war ich in Berlin, auf dem Jahrestreffen des DAAD-Freundeskreises. Auf dem Hinflug hatte ich einen längeren Aufenthalt (Ryanair) in Stansted, den ich mir mit mitgebrachten Delikatessen von Donnybrook Fair versüßt habe. Auch nicht teurer als das Flughafen-Essen...

Schön, wieder in Berlin zu sein, aber leider hab ich nicht viel von der Stadt gesehen, weil wir ja zum Arbeiten da waren. Immerhin war ich bei einer Stadtrundfahrt zum Thema "Das Jüdische Berlin" dabei, wo wir u.a. das beeindruckende Holocaust-Mahnmal am Bahnhof Grunewald besucht haben.

Nach dem offiziellen Programm am Samstag war ich noch mit einer Freundeskreis-Kollegin im Wintergarten-Variete, wo unter dem etwas abschreckenden Titel "Lollipop" ein paar hervorragende Artistik-Nummern gegeben wurden (wer eine schnelle Internet-Verbindung hat, darf auf das Bildchen klicken und sich den Trailer anschauen). Höhepunkt aus meiner Sicht war, dass ich von der Bühne aus mit einem Teamgeist™, dem offiziellen Ball der Fußballweltmeisterschaft 2006, beworfen wurde, den ich schon beim dritten Versuch so zurückwerfen konnte, dass Paul Ponce das Zuspiel für seine Show verwenden konnte. Der Teamgeist™ ist also hinreichend idiotensicher und verfügt über gute Wurfeigenschaften. Ob das unseren Jungs zugute kommen wird?

Beinahe passend: R.M. Rilke, "Selbstgeworfnes"
Solang du Selbstgeworfnes fängst, ist alles
Geschicklichkeit und läßlicher Gewinn -;
erst wenn du plötzlich Fänger wirst des Balles,
den eine ewige Mitspielerin
dir zuwarf, deiner Mitte, in genau
gekonntem Schwung, in einem jener Bögen
aus Gottes großem Brücken-Bau:
erst dann ist Fangen-Können ein Vermögen, -
nicht deines, einer Welt. Und wenn du gar
zurückzuwerfen Kraft und Mut besäßest,
nein, wunderbarer: Mut und Kraft vergäßest
und schon geworfen hättest .....(wie das Jahr
die Vögel wirft, die Wandervogelschwärme,
die eine ältre einer jungen Wärme
hinüberschleudert über Meere -) erst
in diesem Wagnis spielst du gültig mit.
Erleichterst dir den Wurf nicht mehr; erschwerst
dir ihn nicht mehr. Aus deinen Händen tritt
das Meteor und rast in seine Räume...

(gefunden bei www.lyrikmail.de - die tägliche dosis poesie)

PS: Auf Wunsch einer Leserin: Es gibt vier neue Google-Services! Schaut sie euch an...

14 Mai 2006

Die Woche der Konsolen

Es ging letzte Woche damit los, dass Nintendo seine neue Konsole Wii vorgestellt hat, die nicht nur schick aussieht,

sondern auch ein ganz neues Steuerungskonzept hat, das so einfach sein soll, dass damit auch Leute spielen können, die vorher nie eine Spiele-Konsole hatten. Gut möglich, dass das Ding auf meinem Wunschzettel landet, dann werde ich es mal an meinen Eltern testen. :-) Die Pressefotos lassen diesbezüglich jedenfalls hoffen:

Als nächstes haben wir am Freitag in der Arbeit unsere Playstation 2 in Betrieb genommen, die das letzte fehlende Element unserer Büro-Neudekorierung ist. Bis jetzt noch ohne Sound, der klappt aber hoffentlich am Montag.

...und vielleicht gibt's dann auch ein Foto.

Und schließlich bin ich selber auf den Geschmack gekommen und hab mir meine erste eigene Konsole gekauft: Einen gebrauchten GameCube, den Vorläufer der Wii.


Macht Spaß, ist (relativ) einfach zu bedienen und geht billig her (bei Amazon ab 75€ incl. eines Spiels). Besucher können sich schon mal auf Need for Speed: Most Wanted und 2006 FIFA World Cup freuen (das Eröffnungsspiel verlor übrigens Brasilien 0:2 gegen Tuvalu).

Ansonsten gab es diese Woche viel zu feiern, weil in unserer Abteilung einige Leute befördert wurden und außerdem mein Mitbewohner Frank 25 wurde. So hab ich ein paar nette neue Orte kennen gelernt, wo man im Freien sein Bier einnehmen kann. Biergärten im eigentlichen Sinne gibt es hier leider nicht, dafür ist das Wetter wohl zu unbeständig.
Das ist der Campus von Trinity College im Herzen von Dublin. Man erkennt deutlich die Studenten, die vor dem Pub (gelb) auf dem Rasen sitzen.

noch mehr Essen

Von der Qualität der irischen Fertig-Gerichte war ja schon die Rede. Sie sind so gut, dass sogar Caro, mit der ich früher mal eine Stude durch die Stadt geirrt bin und versucht habe, ein Restaurant zu finden, das ihren Ansprüchen genügt, sie mochte (nicht alles, aber manches). Die herrschende Meinung ist, das Tesco sehr gut ist und Marks&Spencer noch ein bisschen besser. Inzischen hab ich zwei irische (!) Herausforderer gefunden, die gleich noch mal bessere Sachen herstellen:

Cully and Sully sind zwei junge Herren, die sich vorgenommen haben, das beste Fertigessen herzustellen. Ich hab letzte Woche endlich ihren berühmten Cottage Pie ausfindig gemacht,
der in der Tat sehr lecker ist (vielleicht etwas schwach gewürzt) und der in einer richtigen Keramikschale verkauft wird. Entsprechend geht es auf der Website vor allem um die Frage, was man nach dem Essen mit diesen Schalen machen soll. U.a. kann man sie anmalen, von Tanten auf Flohmärkten verkaufen lassen oder kranke Hühner damit füttern. Nette Sache.

Noch toller ist Donnybrook Fair. Eine Kollegin mit dem passenden Namen Eva hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es in meiner Gegend außer dem 24-Stunden-Tesco noch einen anderen Supermarkt gibt, eben jenen Donybrook Fair.
Hier gibt es nicht nur leckere Fertiggerichte aus eigener Produktion, die wie frisch gekocht schmecken, sondern auch frische Sachen, italienische Nudeln, deutsche Wurst, französischen Käse und nicht zuletzt den guten, guten Whittard-Tee, den ich früher mühsam aus England importieren musste. All das hat mich jedenfalls neulich motiviert, mir zum erstenmal, seit ich hier bin (!), selber etwas zu kochen. Und das ist doch das allerbeste...

08 Mai 2006

all wine

Um mein Blog auch nichtdeutschsprechenden Lesern zugängig zu machen, habe ich mal mit Googles Auto-Übersetzung experimentiert. Was meint ihr?

Wer es selber probieren will: Google Language Tools (enthält auch den Link zu Googles Homepage für die Isle of Man)

01 Mai 2006

Neu! Kauftipps

Damit mein Blog endlich etwas Geld einbringt ;-), dachte ich mir, ich nehme mal ein paar Amazon-Kauftipps auf. Los geht es mit zwei klasse Büchern, die gerade bei uns in der Abteilung die Runde machen.

John Battelle: The Search
Auch wer nicht bei Google arbeitet, wird es nicht bereuen, sich dieses Buch zu kaufen. Schon das Cover, das die schlichte Schönheit der Google-Website aufgreift, ist sein Geld wert. Und der Inhalt steht ihm in nichts nach: Hier schreibt jemand, der sich auskennt (nämlich John Batelle, einer der Gründer von HotBot), über die Entwicklung der Suchmaschinen aus technischer, wirtschaftlicher und kultureller Sicht, und er macht es so, dass das Ergebnis nicht nur allgemeinverständlich ist, sondern sich richtig spannend liest.

Wer also wissen will, wie Google zu dem wurde, was es ist, wird hier nicht enttäuscht. Noch interessanter ist, was Batelle über die Zukunft der Suchmaschinen schreibt: Das Problem der Internet-Suche ist nach Ansicht von Experten erst zu fünf Prozent gelöst, die größten Neuerungen stehen also noch bevor und die perfekte Suchmaschine, die auf jede Frage eine für den Fragenden ideale Antwort findet, ist noch in weiter Ferne.

Besucht auch John Battelles Website: http://www.battellemedia.com.

Jetzt auch auf Deutsch: Die Suche. Geschäftleben und Kultur im Banne von Google & Co

How to Survive a Robot Uprising
von Daniel H. Wilson

An der Grenze zwischen ernstgemeintem Ratgeber und Satire gibt uns Wilson Tipps, wie wir die bevorstehende Revolution der Roboter überleben können. Großartig. Er hat über das Thema promoviert, so dass er sich auskennt:
How do you spot a robot mimicking a human? How do you recognise and then deactivate a rebel servant robot? How do you escape a murderous 'smart' house, or evade a swarm of marauding robotic flies? In this dryly hilarious survival guide, roboticist Daniel H. Wilson teaches worried humans the keys to quashing a robot mutiny. From treating laser wounds to fooling face and gait recognition, besting robot logic to engaging in hand-to-pincher combat, How to Survive a Robot Uprising covers every possible doomsday scenario facing the newest endangered species: humans. And with its thorough overview of current robot prototypes - including giant walkers, insect, dog, and snake robots - How to Survive a Robot Uprising is also a witty yet legitimate introduction to contemporary robotics.

Auf Wittgensteins Spuren

Für das verlängerte Wochenende hab ich eine schöne Tradition wieder aufgenommen und bin aufs Land gefahren, um nichts zu tun und ein paar Bücher zu lesen (Kein Ersatz fürs Freundeswochenende, aber immerhin). Ich war im County Wicklow in Kilpatrick House,

einem ehemaligen Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, das dann als Bauernhof verwendet wurde und jetzt ein B&B mit überaus freundlichen Gastgebern und zwei durchgedrehten Hunden ist. 1947 bis 1948 hat Wittgenstein dort gelebt.

Schöner Garten. Croquet wird nicht gespielt, aber Boule gibt es.

Über Wittgenstein wusste ich bis jetzt auch fast nichts, so dass das eine willkommene Gelegenheit war, ihn in der Wikipedia nachzuschlagen. Muss ein interessanter Mensch gewesen sein: Er hat einen Flugzeugmotor entwickelt, ist dann zur Philosophie gewechselt und hat sie maßgeblich geprägt ("linguistic turn"). Danach war er unter anderem Volksschullehrer, Architekt und Bildhauer, arbeitete während des zweiten Weltkriegs in einer medizinischen Forschungsgruppe und hatte einen Lehrstuhl in Cambridge inne. "Im Oktober 1947 beendete Wittgenstein seine Tätigkeit an der Universität und lebte von da an zurückgezogen und verbrachte einige Zeit in Irland." (Wikipedia) Nämlich u.a. hier.

Der Wittgenstein Room

Waldspaziergang ("where he did his thinking.")

Aussicht auf's Meer

Wer mag, kann hier eine Kurzversion seines Frühwerks "Tractatus logico-philosophicus" lesen. (Das Buch war in Dublin auf die Schnelle nicht zu haben, sonst hätte ich es schon mitgenommen).