26 Juni 2006

Verlängerung

Meine Reisetrilogie (Rom, Galway, München) sollte eigentlich heute Abend zu Ende gehen; leider hat sich Aer Lingus aber außer Stande gesehen, mich zurückzufliegen, so dass ich nach längerem Hin und Her unverrichteter Dinge wieder zu den Eltern zurück gefahren bin. Anscheinend ist der gestrige Flug wegen des Gewitters ausgefallen, so dass die Leute jetzt heute geflogen sind und wir warten müssen. Ich vermute, es ist schwerer, ein Ersatz-Flugzeug aufzutreiben, als man sich das als Laie vorstellt. Aber so komm ich heute zumindest zum Bloggen.

Was an München auffällt, ist einerseits die drückende Schwüle (freu mich schon wieder auf den milden irischen Sommer), andererseits die ungekannte WM-Begeisterung, die überall herrscht. Überall hängen Deutschlandfahnen, und unser Haus ist auch keine Ausnahme mehr. Leider hab ich es nicht auf die Riesenfeier auf der Leopoldstraße geschafft, aber immerhin haben wir einen astreinen Jubelcorso auf Ruperts Vespa inszeniert und Argentinien-Mexiko in unserem Stammbiergarten gesehen. Freut euch auf spektakuläre Fotos.

Ich finde, die WM ist bis jetzt prima, was Organisation und Stimmung (und natürlich die Leistung unserer Jungs!) angeht, aber es ist doch verwunderlich, wie viele Mannschaften unter ihren Möglichkeiten bleiben. Vor zwei Jahren waren wir baff angesichts der Leistungen von Holland, Tschechien, Schweden, Portugal, ..., diesmal haben die wenigsten Teams bis jetzt richtig überzeugt.

Zum Ärgernis entwickeln sich die Verlängerungen bei der WM. Warum soll man Mannschaften, die in 90 Minuten nicht gewinnen (Schweiz, Ukraine, ...), es noch mal 30 Minuten lang versuchen lassen? Wer hat bessere Ideen? Rupert schlägt vor, vor jedem Spiel der K.O.-Runde ein Elfmeterschießen durchzuführen. Geht das Spiel unentschieden aus, kommt die Mannschaft weiter, die das Elfmeterschießen gewonnen hat. Er beruft sich damit immerhin auf FIFA-Überlegunge, aber ich weiß nicht so ganz.

So, Schluss für heute, es gibt Elfmeterschießen. :-) Surftipp: Feine Späße zur WM auf http://www.titanic-magazin.de/

23 Juni 2006

Blogfest

Nach über vier Monaten war es an der Zeit, mein Blog etwas aufzubügeln. Ich hab daher ein "Blogfest" ausgerufen und ein paar Änderungen umgesetzt, die mir schon länger vorgeschwebt sind:
  • Alle Blogbeiträge per E-Mail! Schickt einfach eine Mail an fallwein-subscribe@googlegroups.com, um euch auf dem Verteiler einzutragen.
  • Die Auto-Übersetzung ist jetzt am Rand eingebaut, so dass nichtdeutschsprachige Leute sich eher zurechtfinden.
  • Neu sind auch die "Highlights" in der rechten Spalte. Hier kommen die besonders wichtigen Posts rein.
Hoffe, es gefällt euch.

20 Juni 2006

im Westen

Zur Zeit komme ich nicht zur Ruhe: Am Wochenende war ich mit Kollegen an der irischen Westküste, nämlich auf den Aran Islands (Inismor), in Galway und auf einer Rundfahrt durch den Burren (eine ungewöhnliche Landschaft, die es dort gibt).
Inismor. Die Steine mussten die Leute aus ihren Feldern ausbuddeln, um überhaupt etwas anbauen zu können. Die Mauern, die sie damit gebaut haben, schützen jetzt die Felder und sind so eine Art Wahrzeichen der Aran Islands.

Der Burren zeichnet sich dadurch aus, dass es keine Flüsse und Seen gibt. Die sind nämlich unterirdisch.

Nachdem wir die letzten Wochen super Sommerwetter hatten, hat uns das Glück just am geplanten Höhepunkt der Reise, auf den Cliffs of Moher verlassen. Die sind mit einer Höhe von 203 Metern eine der Top-Sehenswürdigkeiten Irlands. Leider war gerade ein schwerer Schauer im Gange:
War aber auch nicht schlimm, weil wir auf Inismor schon ein schönes Kliff gesehen haben: Das eisenzeitliche Fort Dun Aengus steht mitten an einer Steilküste,
an der es immerhin 84 Meter herunter geht. Man kann bis zum Rand kriechen
und herunterkucken.
Galway ist auch ein nettes Städtchen, kam aber etwas kurz. Überhaupt gibt es viel in der Gegend, was noch sehenswert ist. Bei nächster Gelegenheit...

15 Juni 2006

Lied der Auswanderer

Schon ein merkwürdiges Gefühl, von einem fremden Land in ein anderes zu fliegen und dort das Münchner WM-Eröffnungsspiel im Fernsehen zu gucken. Aber Tickets hab ich keine bekommen ;-), und unser jährlicher Romurlaub ließ sich aus Terminnot gar nicht anders legen. War aber prima, und das mit dem Fußball haben wir auch hingekriegt. In Italien kommen allerdings fast keine Spiele im Free-TV, so dass ich das Holland-Spiel lustigerweise in einem irischen Pub anschauen musste, der voller Holländer war.

Damit es jetzt nicht heißt, wir wären nur zum Essen in Rom gewesen, hier die Beweisbilder,

klick aufs Bildchen! (...war praktischer so)

aus denen hervorgeht, dass wir in etlichen hervorragenden Kirchen waren (Highlights: San Paolo fuori le Mura und Sant' Ivo alla Sapienza (mal wieder toll, was in Wikipedia alles drin steht)) und versucht haben, die Antonello da Messina-Ausstellung (überfüllt) und die neu eröffnete Ara Pacis zu besuchen (Mo zu).

Diesmal hatte ich schon etwas das Gefühl, nach Hause zu kommen, als ich zurück in Dublin war. Das Polen-Spiel heute hab ich dann mit einem Haufen deutscher Googler und nur vereinzelten Polen und Holländerinnen gesehen.

Beinahe passend: Das Lied der Auswanderer von Goethe (das mit dem Führer ist aber bitte im historischen Kontext zu sehen).

07 Juni 2006

Hier ist Weisheit

Ich bin gerade wieder im Gastgeber-Modus und komme also nicht viel zum Bloggen. Das ist aber gut, weil ich so mal wieder was von meiner Stadt sehe. :-) So hab ich den 6.6.06 gestern verpasst und kann erst heute die Bibelstelle nachliefern, aus der hervorgeht, wie die 666 zum satanischen Symbol wurde. Bittesehr:
Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde; das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht des ersten Tieres aus vor seinen Augen und es macht, dass die Erde und die darauf wohnen, das erste Tier anbeten, dessen tödliche Wunde heil geworden war. Und es tut große Zeichen, sodass es auch Feuer vom Himmel auf die Erde fallen lässt vor den Augen der Menschen; und es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die zu tun vor den Augen des Tieres ihm Macht gegeben ist; und sagt denen, die auf Erden wohnen, dass sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war. Und es wurde ihm Macht gegeben, Geist zu verleihen dem Bild des Tieres, damit das Bild des Tieres reden und machen könne, dass alle, die das Bild des Tieres nicht anbeteten, getötet würden. Und es macht, dass sie allesamt, die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Sklaven, sich ein Zeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Zeichen hat, nämlich den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tieres; denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertundsechsundsechzig.

(Offenb. 13, 11-18)

deutsche Ängste

Die Titanic, die ich gerade wieder abonniert habe, bringt in ihrer neuen Ausgabe prima Tipps für ausländische WM-Gäste. Da zitieren wir doch gleich einen:
Bloß nicht... Ängste zurückhalten
Kultur, Wirtschaft und Küche beruhen in Deutschland traditionell auf Angst. Entsprechend stolz ist man auf diese Angst und verbreitet sie gerne weiter. Aktuell ängstigen sich die Deutschen besonders vor ihrer Rente, ihrem Aussterben und ihrem Ausscheiden in der Vorrunde. Scheuen Sie sich nicht, über Ihre eigenen Ängste zu sprechen (z.B. vor Überschwemmungen, Atomkrieg oder Sauerkraut) – gestehen Sie Ihren Gastgebern aber stets zu, die bedeutenderen Ängste zu haben.
Hier gibt's mehr...