24 September 2006

Filmtipp: A Crude Awakening

Wir haben in der Arbeit ein pre-screening von A Crude Awakening gesehen, der wohl demnächst ins Kino kommt. Prima Film, aber sehr unerfreuliches Thema. Es geht um Peak Oil, das Ölfördermaximun, und die Frage, wann es eintritt und was dann passiert. Laut Film ist das Maximum möglicherweise sehr bald erreicht und die Folgen werden dramatisch, weil Öl dann immer knapper und damit teurer wird, wodurch alle Branchen, die davon abhängen, in Mitleidenschaft gezogen werden. Also: wenn ihr den Film irgendwo sehen könnt, schaut ihn an!

Abonnierte Inhalte für Einsteiger

Web
Das schöne an Blogs ist unter anderem, dass man sie abonnieren kann. So kann man an einer Stelle alle Blogs/ Websites, die man verfolgen will, auf einen Blick sehen, und sieht immer, wo es gerade was Neues gibt. Im einfachsten Fall legt man sie in Firefox als dynamische Lesezeichen an, oder man nutzt einen Service wie Bloglines oder den Google Reader. So muss man sich keine Sorgen mehr machen, dass man einen Beitrag im Official Google Blog oder in erlesenen Privatblogs wie nordish.de (keep them coming!) oder einen Strip von Calvin and Hobbes verpasst.

Ton
Das gleiche funktioniert auch mit Audiodateien, da heißt es dann Podcasting. Zum Einstieg einfach iTunes herunterladen und sich dann aussuchen, welche von über 35.000 Podcasts man abonnieren will. Wie's geht, steht hier. Ausprobieren, was es gibt, z.B. deutsche Nachrichten oder Touren durch Dublin. Natürlich besonders praktisch, wenn man auch einen iPod hat und das ganze darauf kopiert.

Video
Einige Podcasts kommen auch schon mit Videos daher, so kann man über iTunes z.B. die Tagesschau, das Heute-Journal oder die Sendung mit der Maus abonnieren (die Links spar ich mir mal; sucht einfach ein bissl in iTunes herum). Natürlich sehr praktisch, wenn man im Ausland lebt... und auf Fußballberichte verzichten kann; für die gibt es offenbar eigene Regeln.

19 September 2006

Klickpfad: Historikerstreit

Aus gegebenem Anlass wollte ich euch mal einen Klickpfad zeigen, auf dem ich neulich durch die Wikipedia gewandert bin. Anlass war der Tod von Joachim Fest und die Erkenntnis, dass ich fast nichts über den
  1. Historikerstreit wusste. Dieser hatte sich u.a. an unterschiedlichen Auffassungen über die
  2. Singularität der Shoa entzündet. Die systematische Verfolgung und Ausrottung
  3. ziganischer Völker während des Holocaust wird von diesen als
  4. Porajmos bezeichnet. Zu diesen Völkern gehören nicht etwa nur Sinti und Roma, sonden z.B. auch die
  5. Jenischen, von denen in Deutschland noch 29.000 nicht sesshaft leben. Unter "ähnliche Gruppen" findet sich ein Link auf die
  6. Pavee, die in Großbritannien und Irland leben und politisch unkorrekt "Tinker" genannt werden.
Wieder was gelernt.

18 September 2006

Hier bloggt der Gast (1): Rupert

Jetzt aber: Rupert ist der erste von meinen Gästen, der etwas fürs Blog beigesteuert hat. Bittesehr:
Falls Du mal wieder in den Wicklow Mountains oder Richtung Kilpatrick House unterwegs bist (oder aber auch als Tagesausflug, ist nämlich nur ca. 20 km südlich von Dublin) bieten sich die Powerscourt Gardens (für Freunde gepflegter englischer Gärten)

und der etwas außerhalb des Parks gelegene Wasserfall, angeblich der höchste Irlands, an.

Kilkenny: nettes Städtchen; Castle; Kathedrale mit separatem, zu besteigendem Turm; Black Abbey;, die Brauerei haben wir nicht besichtigt, sie bietet nur wochentags nachmittags eine Audiovision mit anschließendem Tasting; guter Chinese: "Swan", direkt an der geschäftigen Kreuzung vor dem Castle; empfehlenswertes, sehr zentrales B&B: "Carriglea", Archers Avenue bei der Castle Road, www.iol.ie/~archers. Wobei hier nochmal angemerkt werden muß, daß das von Dir empfohlene Kilpatrick House das schönste der von uns besuchten B&Bs war.

Kilkenny: Black Abbey...

... und Kathedrale.

In Strandhill bei Sligo gibt's das angesprochene Seetang-Bad: www.celticseaweedbaths.com

Insgesamt sehr schön und besonders ruhig war's in Donegal, kann mir aber vorstellen, daß das ohne Mietwagen eine etwas zähe Angelegenheit ist:
Spektakulär die Klippen bei Slieve League bzw. Sliabh Liag (Gaeltacht-Hochburg!), einfach von der Stadt Donegal aus nach Westen.

Slieve League

Wir waren etwa 30 km nördlich von Letterkenny, der einzigen größeren Ansiedlung in dieser Gegend (=nördliches Donegal) in einem sehr schönen B&B bei Dunfanaghy: "The Whins".

Für Wandervögel sehr zu empfehlen ist der Gleanveagh National Park (nordwestlich von Letterkenny), aber auch ohne zu Wandern gibt es eine schöne, besonders unberührte Natur zu sehen, sowie ein Fake-Castle (ca. 1880) mit jedoch sehr schönen Gärten.

Besonders urig und menschenleer war die Halbinsel Inishowen, das ist die Gegend nördlich von Derry, mit dem nördlichsten Punkt Irlands, Malin Head, eine Art Ende der Welt. Auch schön der Ausblick vom Fort Dunree an der westlichen Seite dieser Halbinsel. Ein beeindruckendes steinernes Monument ist der (das?) Grianán of Aileach, ein westlich von Derry / Londonderry gelegenes terrassiertes Ringfort, ca. 1700 v. Chr. erbaut, z. Zt. in restauro, aber abends und am Wochenende kann man sich über den Bauzaun wuchten und das Gerüst beklettern.

12 September 2006

Irland ab 9€

...hier klicken ...
Wieso hat Aer Lingus eigentlich kein Partnerprogramm, über das ich jetzt Geld verdienen könnte?

10 September 2006

Was in Irland besser ist als in Deutschland

Nach einem guten halben Jahr ist es Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Wenn man in Irland lebt, vermisst man natürlich nicht nur Dinge aus der Heimat, sondern merkt auch, dass hier einiges besser ist:
  1. Das Guinness. Überhaupt nicht mit der bitteren Plörre zu vergleichen, die in Deutschland in Irish Pubs verkauft wird. Weich, cremig und mit einer wunderbaren Schaumkrone. Schon das Einschenken ist eine Augenweide: Man muss vor dem Trinken warten, bis sich das Guinness von goldgelb nach schwarz verfärbt hat, sich also die Millionen kleinen Luftblasen gesetzt haben. Das dauert ein paar Minuten, während derer man sich auf sein Bier freut.
  2. Das Wetter. Irland liegt im Golfstrom und hat so das ganze Jahr über ein mildes, ausgeglichenes Klima. Im Winter gibt es fast nie Frost, im Sommer ist es nicht so heiß wie bei uns (nie über 30°) und bis 23 Uhr hell. Überall wachsen Palmen. Natürlich regnet es oft, aber nicht so lange wie in Deutschland. Tagelangen Dauerregen hatten wir noch gar nicht, seit ich hier bin (fragt mich im Winter nochmal).
  3. Die Leute. Sind schon ganz freundlich und unkompliziert (obwohl Deutschland ja, wie man hört, seit der WM hier aufholt...). Einmal hat mich sogar ein Fahrkartenkontrolleur zur Begrüßung gefragt, wie es mir geht!
  4. Der Arbeitsmarkt. Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenquote liegt, soweit ich weiß, unter 5%. Nicht zuletzt wegen Punkt 5:
  5. Die Rahmenbedingungen für Investoren. Ich zahle 20% Steuern und keine weiteren Abgaben. Was Google an Steuern zahlt, weiß ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass es weniger ist, als es in Deutschland wäre. Irland war klug genug, seine EU-Fördermittel nicht für Dinge wie Spaßbäder auszugeben, sondern eben günstige Bedingungen für Investoren zu schaffen. Heute ist Irland einer der reichsten Staaten weltweit, "das inflationsbereinigte Pro-Kopf-Einkommen in Irland liegt innerhalb der EU nach Luxemburg auf Rang 2 und ist etwa 30 % höher als in Deutschland" (Wikipedia).
  6. Die Alterspyramide. 50% der Bevölkerung sind jünger als 25, so dass der Großteil der Sorgen, die wir uns in Deutschland machen (Renten, Vergreisung, ...), hier unbekannt sind. Ständig sieht man Schwangere und Mütter mit Kindern - und das nicht etwa, weil der Staat das Kinderkriegen fördern würde.
  7. Fertiggerichte. Davon war schon die Rede.
  8. Die Supermärkte. Die können hier offen haben, wie sie wollen, so dass man praktisch rund um die Uhr an Lebensmittel kommt. IN meinem 24-Stunden-Tesco gibt es automatische Kassen, wo man seine Sachen selber scannt und dann bar (!) oder per Karte zahlen kann. Wann gibt es das in Deutschland? Und nicht zuletzt haben hier am Sonntag alle Geschäfte offen (ab 12, damit man vorher in die Kirche gehen kann...). Erzählt das mal Herrn Stoiber.
  9. Die Pub- bzw. Kneipenkultur. Es ist hier ganz normal, sich abends mit Kollegen oder Nachbarn im Pub zu treffen, und in Dublin gibt es wirklich an jeder Ecke einen Pub. Sehr feine Sache.
  10. Prähistorische Zeugnisse. Siehe Newgrange. Was ist eigentlich das älteste Gebäude Deutschlands? Die Porta Nigra (3000 Jahre jünger)?

Bunter Herbst

Die Besuchersaison klingt langsam aus, trotzdem wird es hier nicht langweilig. Letztes Wochenende war ich auf einer Freiluft-Aufführung von Twelfth Night in St. Stephen's Green,

jetzt stehen zwei große Festivals bevor, die es sich wohl zu besuchen lohnt: Das Fringe Festival (geht gerade los, experimentelles Theater, Tanz, Musik, Spektakel an verschiedenen Orten in der Stadt) und das Dublin Theatre Festival (ab Ende September, internationale Theaterproduktionen zu Besuch, darunter zwei deutsche Inszenierungen).

Ansonsten plane ich, weil sich ein großer Urlaub irgendwie nicht ergeben hat, ein paar Mini-Städtereisen. Fix sind schon London und Dresden, vielleicht kommt noch die ein oder andere dazu. Dank Ryanair ist es ja nicht allzu teuer, hier wegzukommen...