17 Dezember 2014

Weihnachtspläne

Meine Weihnachtspläne haben sich etwas geändert, und das aus traurigem Anlass. Eine liebe Tante (Schwester meiner Mutter) ist gestorben und wird am Freitag beerdigt. EasyJet war so nett, mich meinen Flug umbuchen zu lassen, und so fliege ich morgen nach Köln und bin dann ab Freitag Nacht in München.

So bin ich jetzt zumindest etwas länger zuhause, mämlich vom 19. bis 26. 12. Freu mich, wenn wir uns sehen!

13 Dezember 2014

Was macht eigentlich...

... meine Promotion? Lange nichts mehr davon erzählt. Ich forsche aber fleißig vor mich hin und habe gerade mein erstes paper bei einer Konferenz eingereicht. Passenderweise bei der ECIS, die wir 2005 in Regensburg organisiert haben und die nächstes Jahr in Münster stattfindet. Also wenn es klappt (= das Paper angenommen wird), kann ich dort ein Poster mit meinen Plänen präsentieren.

Ansonsten bin ich hauptsächlich damit beschäftigt, Daten zu sammeln, also Leute in der Firma, die ich erforsche, zu Interviews zu überreden. Das geht langsam voran, aber diese Woche ist etwas Schwung reingekommen, denn ich habe mit einer Kollegin zwei Call Center (in Accrington und Warrington) besucht und dort eine Reihe von Interviews gemacht. So mache ich jetzt noch einige Monate weiter und dann fang ich an, alles zamm zu schreiben. Bleibt spannend...

Lehre und Forschung

Ein Ziel des PhD-Studiums ist ja, uns Kandidaten Erfahrung mit der akademischen Lehre zu vermitteln. Das erweist sich bei uns als gar nicht so leicht, weil wir als PhD-Studenten nur undergraduates unterrichten dürfen, und davon gibt es bei uns nicht so viele. Zudem ist der Prozess, nach dem die Seminare verteilt werden, recht undurchsichtig, so dass ich mit meiner Erfahrung als Trainer bei Goolge zunächst nicht punkten konnte. Insofern sah es lange so aus, als ob ich in diesem akademischen Jahr noch nicht zum Zug komme.

Jetzt hat sich aber doch was ergeben, weil eine Freundin ihr Seminar abgeben wollte. So werde ich jetzt ab Januar ein Seminar zum Thema Organisational Theory and Behaviour unterrichten, was zumindest im weiteren Sinne mit meinem Thema zu tun hat. Und wie es so geht, hat sich gleich noch eine zweite Möglichkeit ergeben (noch nicht bestätigt). Insofern könnte es dann sogar stressig werden. Ist aber natürlich eine gute Sache, und ich freu mich schon drauf.

Fear and Wonder

Das British Film Institute überbietet sich gerade selbst mit einer riesigen Science-Fiction-Reihe, in der sie so ziemlich jeden Sci-Fi-Film zeigen:
Ich hab's nicht so oft geschafft, wie ich wollte, aber hab doch immerhin einiges gesehen (Links gibt's nicht, weil das BFI die Inhalte anscheinend weggeworfen hat):
  • The Fabulous World of Jules Verne: Tschechoslowakischer Film von 1958 mit Trickfilmszenen. Das Design orientiert sich an den originalen Illustrationen aus den Romanen. Interessant. 
  • Time Travel and the Interzone City: Sammlung von Kurzfilmen zum Thema, "Filme, die ohne großes Budget in interessanten Szenerien gedreht wurden". Klang interessant, war aber eher fad, weil die meisten Filme keinerlei Handlung hatten.
  • Seconds (John Frankenheimer): Ein Banker, der mit seinem Leben unglücklich ist, bekommt eine neue Identität und ein neues Aussehen verpasst. Im Programm stand "has to be seen once in a lifetime", also bin ich hin. War auch wirklich gut.
  • Dune: Kannte ich noch gar nicht, obwohl er sich anscheinend zunehmend zum Kultfilm entwickelt. Sehenswert.
  • The Arecibo Message at 40 / Contact: Vor 40 Jahren wurde erstmals eine Nachricht an Außerirdische gesendet, also gab es eine kleine Diskussion mit Adam Rutherford BBC und dem Physiker Brian Cox (der anscheinend eine Art Rockstar ist). Danach Contact mit Jodie Foster, in dem es genau darum geht, dass die Außerirdischen uns antworten. Wieder sehr gut, und ist in den 90ern komplett an mir vorbeigelaufen.
  • 2001: A Space Odyssey: Mal wieder in neuer und noch besserer Kopie, also bin ich mal wieder rein. Sehr sehenswert.
  • Nächste Woche gibt's dann noch Solaris in der seltenen sowjetischen Version, von der ich schon gutes gehört hab.
Zusätzlich zum Kino gibt's noch weitere Filme online im BFI Player (lasst mich raten - nicht in Deutschland). Hier hab ich Silent Running gesehen: Die letzten Wälder der Erde kreisen in riesigen Raumschiffen um den Saturn, sollen aber jetzt zerstört werden. Mit Songs von Joan Baez:

13 Oktober 2014

fesch samma

Ich war zum Oktoberfest ein paar Tage in München, das war wieder sehr nett. Trachtenfotos gibt's diesmal keine, dafür ist ein sehr nettes Foto aufgetaucht, das meine Mutter auf der Hochzeit von Andreas und Bea im August gemacht hat:


Nach meinem Münchenurlaub sind meine Eltern mit nach London gekommen, weil ich meiner Mutter vom letzten Geburtstag noch einen Afternoon Tea schuldig war. So bin ich auch etwas zum sightseeing gekommen - u.a. waren wir erstmals im Savoy, wo es in der Tat leckere Cocktails gibt:


Aus der vegekarnischen Küche

Ich hab in letzter Zeit den Begriff vegecarnian (neu) geprägt, definiert als "one who eats vegetables and meat, but no fish". Das beschreibt ja genau mich, und es hat mich zunehmend gestört, dass es dafür kein Wort gibt, während die Pescetarier anscheinend glauben, dass sie was besseres sind. So streue ich den Begriff jetzt gelegentlich in Konversationen ein und schaue, ob er sich etabliert. Auf deutsch würde man wahrscheinlich "vegekarnisch" sagen, oder?

Natürlich braucht es keine vegekarnischen Rezepte, weil man ja alles essen kann, was eben keinen Fisch (oder Meeresfrüchte) enthält. Zu Meerespflanzen hab ich keine Meinung, aber ich denke, Seetang etc. ist schon okay. Es soll ja auch nicht zu dogmatisch werden.

Trotzdem wollte ich mal ein Rezept teilen, das ich zur Zeit gern koche:

Serbische Bohnensuppe
  • 70g Speckwürfel in viel Öl gescheit anbraten.
  • 1 Dose Bohnen (z.B. Borlotti, Cannelini, Kidney), 1/2 Dose gehackte Tomaten und 1 Tasse Brühe dazu. Aufkochen.
  • Würzen mit Salz und Pfeffer, 1 TL Chilipulver (so dass es ordentlich scharf wird), 1 EL geräucherter Paprika, Petersilie. 5 Minuten köcheln lassen.
  • Am Schluss 1 Schuss Sahne rein.
so schaut das dann aus.

05 September 2014

umgezogen

Ich bin am Montag umgezogen und wohne jetzt im Sidney Webb House (genaue Adresse ist: Flat 402, Sidney Webb House, 159 Great Dover St, London SE1 4WW).

Umzug ging ganz glatt über die Bühne und es hat auch nicht zuviel geregnet. Inzwischen hab ich schon alles ausgepackt und richte mich hier ein. Sidney Webb House liegt nicht weit von meinem alten Wohnheim, aber doch in einem wesentlich bodenständigeren Viertel. Vielleciht deshalb ist das Gebäude burgartig um einen Innenhof angelegt:



common room

Vorteil ist, dass es sehr verkehrsgünstig gelegen ist – es gibt einen Bus in wirklich jede Ecke von London (nächste U-Bahn: Borough). Mein Zimmer ist etwa so groß wie in Butlers Wharf, hat aber ein eigenes Bad, worauf ich sehr stolz bin (hier gibt es eine 3D-Ansicht, wenn ihr auf "Scene/ Single en-suite" klickt). Die Wohnung teile ich mir mit 7 anderen Leuten, die aber alle noch nicht eingezogen sind (erst Ende des Monats). Entsprechend ruhig waren auch meine ersten Schichten als Subwarden.

Notiz für zukünftige Besucher: Ich hab weiterhin meine Luftmatratze, aber keine Bettdecke mehr dafür. Erinnert mich daran, bevor ihr vorbeikommt. Ansonsten kann man hier auch Gästebetten und sogar ein Gästezimmer mieten. Also gilt weiterhin: Kommt mal vorbei!

30 August 2014

Urlaub

Ich bin von meiner Deutschlandreise zurück und gleich im Umzugsstress, da ich am Montag in mein neues Wohnheim umziehe. Insofern hier nur ein kurzer Bericht - fragt mich, wenn ihr mehr wissen wollt. :-)
  • Mainz (/Frankfurt): Mainz ist wie Worms und Speyer eine der ältesten Städte Deutschlands, und sie haben jeweils romanische (Kaiser-)dome und eine lange Tradition jüdischen Lebens. Für letzere bewerben sie sich gerade als Weltkulturerbestätten. Ansonsten ist Mainz natürlich berühmt dafür, dass dort der Buchruck erfunden wurde, und man kann im Gutenberg-Museum zwei Gutenberg-Bibeln bewundern und sich auf einer nachgebauten Druckpresse Bibelseiten drucken lassen. Ich hab in Frankfurt bei einem alten Freund gewohnt und es war nett, wieder in ein paar der alten Kneipen zu gehen.
  • Worms: hat besonders viele erhaltene Spuren jüdischen Lebens (, und die Synagoge wurde schon in den 1950ern wieder aufgebaut). Stadt des Nibelungenlieds, dass in einem netten neuen Museum vermittelt wird, so sie sich peinlich Mühe geben, den Mythos von der Rezeption durch Wagner und die Nazis zu trennen. Ansonsten gab es originale Liebfraumilch (trocken) und Pfälzer Tapas beim Hagenbräu.
  • Heidelberg: Hübsch am Neckar gelegen, schöne Altstadt und natürlich berühmte Uni. Eine Freundin aus Regensburger Zeiten lebt jetzt hier, so dass ich bei ihr (und Mann) wohnen konnte. 
  • Speyer: Hier war ich nur auf der Durchreise, es war aber sehr nett! Der Dom ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt (und wurde im Krieg nicht zerstört). Im historischen Museum gab es eine Austellung "40 Jahre Playmobil", die ich mir natürlich gern angesehen hab.
  • Kloster Maulbronn: Weltkulturerbe und die am besten erhaltene mittelalterliche Klosteranlage nördlich der Alpen. Seit der Säkularisierung 1556 ist das Kloster ein evangelisches Internat (in dem u.a. Hermann Hesse kurz Schüler war). Hier wurden auch die Maultaschen erfunden, und die Klosterschänke macht das meiste daraus.
  • München: Der Hauptgrund meiner Reise war, dass mein Cousin Andreas geheiratet hat. Nette Feier und gute Gelegenheit, Leute zu treffen. Auch ansonsten gab's viel gutes Essen. Neue Empfehlungen: Stahuber in Thal und Upper Eat Side in München.

15 Juli 2014

Weltmeister!

Ich hatte ja lange überlegt, zur Weltmeisterfeier nach München zu kommen, aber dann waren doch die Flüge zu teuer und ich war v.a. nach dem Algerienspiel nicht mehr so überzeugt, dass das noch was wird. Also doch London. War auch gar nicht schlecht, wir sind in der K.O.-Runde gut im Katzenjammers (bayerischer Pub bei London Bridge; Lehnwort im Englischen, interessante deutsche Etymologie) untergekommen, der mich Tische reservieren hat lassen und sogar Bier an den Tisch gebracht hat. Ich hab die drei Deutschen, die ich hier kenne, zusammengetrommelt und im Lauf der WM haben sich zunehmend internationale Sympathisanten angeschlossen.

Nur zum Finale war der Katzenjammers schon ausgebucht, so dass wir in einem zufälligen englischen Pub waren. War auch sehr nett, nur dass sich der Fernseher kurz vor dem Tor automatisch ausgeschaltet hat und wir es verpasst hätten, wenn nicht der Uli (rechts im Bild) sofort Bescheid gesagt hätte. Drama! Nach dem Spiel waren wir noch kurz auf dem Trafalgar Square, wo vielleicht ein paar hundert Leute gefeiert haben, und haben über dunkle Kanäle noch Dosenbier erworben. Alles sehr beschaulich.

Ich freue mich schon auf eure Geschichten von der Party des Jahres... statt der WM-Feier fliege ich dann übrigens zur Wiesn nochmal nach München (4.-7.10.), die ja hoffentlich auch dieses Jahr wieder stattfindet.

olé, olé...

02 Juni 2014

Deutschlandreise II

Weil's so schön war, plane ich diesen Sommer wieder eine Deutschlandreise, und kombiniere sie wieder mit einer Fahrt nach München. Das ganze steigt vom 16.-27. August, und der grobe Plan sieht so aus:

  • Zug von London nach Mainz 
  • Worms 
  • Heidelberg 
  • Speyer 
  • Kloster Maulbronn
  • München vom 22.-27.8.
Alles sehenswert, aber lustigerweise sind davon nur der Speyerer Dom und das Kloster Maulbronn Weltkulturerbestätten. Lasst von euch hören, wenn ihr in der Nähe seid oder mich an dem einen oder anderen Ort besuchen wollt – wird sicher nett.

Heidelberg kenn ich überhaupt nur von der Durchreise (wikipedia).

22 Mai 2014

neue Jobs

Während ich mich weiter in Ruhe auf meine Forschung vorbereite (ab Juni), hab ich mir zumindest schon mal zwei gute Jobs gesichert: Im Juli und August bin ich Dissertation Surgery Supervisor, d.h. ich helfe unseren Master-Studenten, ihre Abschlussarbeiten fertigzustellen. Klingt größer als es ist – letzlich arbeite ich nur ein paar Stunden in ein paar Wochen. Aber ist ein erster Schritt in Richtung Lehre.

Ab September bin ich dann Subwarden in Sidney Webb House. Das bedeutet, dass ich dort kostenlos wohne und im Gegenzug ein paar Nächte pro Woche Bereitschafstdienst schiebe und aufpasse, dass die Studenten nichts anstellen, bzw. helfe, wenn es Probleme gibt. Gute Sache. Im Gegenzug muss ich natürlich umziehen, aber zumindest ist es nicht weit weg von meinem jetzigen Wohnheim (Borough).

Sidney Webb House

17 Mai 2014

Bath (und Wells)

Ich war letztes Wochenende in Bath und das war wieder sehr schön. Bath ist der einzige Ort in Großbritannien, in dem es heiße Quellen gibt. Diese wurden schon von den Römern genutzt, und im 18. Jahrhundert entwickelte es sich zum mondänen Badeort. Obwohl das römische Bad überraschend gut erhalten ist, durfte man seit 1978 nicht mehr im Quellwasser baden, und erst seit 2006 gibt es wieder ein neues Thermalbad, das tatsächlich sehr schick ist. So war ich zwar in den 90ern schon mal in Bath, konnte aber erst jetzt dort baden.

Bath ist überhaupt sehr nett für Kurztrips, die ganze Stadt ist ziemlich einheitlich im Georgianischen Stil erbaut, es gibt nette Cafes und Restaurants (Tipp: Acorn). Im Sommer kommen noch diverse Festivals dazu, also muss ich vielleicht nochmal hin.

Ganz in der Nähe liegt auch Wells, das eine der schönsten englischen Kathedralen hat. Wo ich schon in Bath war, hab ich gleich noch dort kurz vorbeigeschaut. Auch sehr sehenswert, aber reicht als Tagesausflug.

09 April 2014

Florenz

Die jährliche Romfahrt wird ja dadurch noch schöner, dass man ab und zu mal woanders hin fährt. So war ich mit dem Rupert dieses Jahr mal in Florenz, diesmal wieder ergänzt durch Roland und Uli aus Dublin. Ich war seit den 90ern nicht mehr dort, insofern hat es sich auf alle Fälle gelohnt.

Der Dom und das Baptisterium sind ja fast alleine schon eine Reise wert, ebenso die Uffizien (in denen ich vorher noch gar nicht war). Ansonsten haben wir einige andere Kirchen angeschaut, sind aber mit dem ehrgeizigen Programm nicht ganz durchgekommen, so dass wir irgendwann noch mal hin müssen.
Hier sind die Fotos:

30 März 2014

Oberwasser

Meine Promotion macht Fortschritte, denn ich hab jetzt im zweiten Anlauf das upgrade bestanden und darf also planmäßig weiter studieren. Das heißt, dass ich etwa von Juni bis Dezember meine Feldforschung betreibe. Dazu hab ich jetzt auch eine Firma gefunden, die bereit ist, sich erforschen zu lassen. Nächstes Jahr schreibe ich dann alles zamm, und fertig ist die Promotion. :-) Bzw. dauert es in der Praxis doch etwas länger, also wohl eher bis 2016.

Ansonsten hab ich meinen 40. Geburtstag heil überstanden, und es gab eine Reihe netter Feiern in London und München. Danke an alle, die dabei waren! Anscheinend ist 40 die höchste Zahl, bis zu der jemals in der Sesamstraße gezählt wurde:

Das Projekt "Sightseeing in München" schreitet auch voran - diesmal hab ich es in die Residenz geschafft, sowie zum ersten Mal überhaupt in die Gedenkstätte in Dachau. Empfehlenswert!

Die jährliche Romreise geht heuer mal nach Florenz, was sicher auch interessant ist. Am Donnerstag geht's los. :-)

06 März 2014

Das neue Gold

Guter Artikel ausgerechnet im SZ-Magazin (letze Woche) über den verrücktgewordenen Wohnungsmarkt in London. Anscheinend sind Wohnungen in London das neue Gold:

in dieser Welt sind Grundstücke und Anwesen in London die neue Leitwährung geworden. Gold ist passé – jeder schwerreiche Oligarch der BRIC-Staaten deckt sich mittlerweile mit Immobilien ein.
Also kaufen sich reiche Investoren hier Luxuswohnungen und machen sich meist nicht mal die Mühe, sie zu vermieten, weil sie eh ständig an Wert gewinnen. Und der Markt unterstützt das ganze: An jeder Ecke werden gerade neue Luxuswohnungen gebaut, z.B. bei mir um die Ecke und bei meiner Uni. Wer kein Oligarch ist, muss halt immer weiter aus der Stadt rausziehen.

Aber auch der durchschnittliche Londoner Hausbesitzer verdient zur Zeit mehr durch den Wertgewinn seiner Immobilie als durch Arbeit. So erklärt es sich auch, dass steigende Hauspreise hier politisch gewollt sind. Und dass die Regierung keine bessere Idee gegen die Wohnungsnot hatte, als ein "Help to buy"-Programm aufzusetzen, das es Leuten ermögliocht, mit nur 5% Anzahlung eine Immobilie zu kaufen. Die durchschnittliche Wohnung kostet gut 400.000£, also wären 5% ja nur noch 20.000£...

Aufgrund der Preise greifen aber jetzt doch zunehmend Leute zum Äußersten und mieten sich Wohnungen (eigentlich gesellschaftlich nicht akzeptiert). Die Mieten steigen natürlich auch wie verrückt (siehe Mieten in meinem Viertel). Eine Meldung, die doch noch für Aufsehen gesorgt hat, war, dass es anscheinend billiger ist, in Barcelona eine Wohnung zu mieten und viermal die Woche nach London zu pendeln, als in London zu mieten.

Ich selbst freue mich derweil, dass ich für "nur" 125£ pro Woche im Studentenheim wohne und kaufe mir erst mal kein Haus. Vielleicht platzt die Blase ja doch mal - 1996 hätten Häuser in Norwich so um die 40.000£ gekostet.

23 Februar 2014

mehr Theater

Einer meiner Vorsätze fürs neue Jahr war, mal öfter ins Theater zu gehen. Bis jetzt war ich vor allem im Globe Theatre, das ja auch gut ist, aber etwas andres wäre ja auch nett.
  • Das National Theatre baut gerade eine Bühne um und bespielt in der Zwischenzeit ein Holzgebäude (The Shed), in dem anscheinend aufregende neue Inszenierungen gegeben werden. Ansonsten gibt es weiterhin großes Theater im großen Haus, z. B. gerade einen King Lear von Sam Mendes und mit Simon Russell Beale. Karten sind jeweils im Nu ausverkauft, aber ich bin für billiges Geld Mitglied geworden und konnte mir so Karten für Lear und eine experimentelle Shed-Show (Riverrun, basierend auf Finnegans Wake) sichern.
  • Bei der Oper kann man sich als Student registrieren und kriegt dann gelegentlich super günstige Karten angeboten - war bei mir bis jetzt aber nur an Tagen, an denen ich keine Zeit hatte. Ansonsten gibt es in jeder Aufführung 20 billige Karten, die man mit etwas Glück herausfinden und buchen kann. So gehe ich jetzt im Mai für 10£ in La Traviata.
  • Eine der nächsten Herausforderungen wäre dann die Royal Shakespeare Company, die hauptsächlich in Stratford-upon-Avon spielt und nur ab und zu mal im Barbican. Mal sehen.
Tipp für Londonbesucher: Theatre Monkey, eine Website, die zu (fast) allen Spielstätten in London detaillierte Tipps gibt, auf welchen Plätzen man am besten sieht und hört.

19 Januar 2014

Geburtstagsrahmenplan

Ansonsten werde ich ja 40 und nehme mir vor, das gebührlich zu feiern. Der Geburtstag fällt unpraktischerweise mit den bayerischen Kommunahlwahlen zusammen, bei denen potentiell gleich zwei meiner Geburtstagsfeiergäste antreten. Insofern halte ich mich da raus und plane, am 16. 3. in London zu feiern und in München dann erst am Wochenende drauf (22.3.?). Immerhin so früh, dass der neue Stadtrat noch kein Unheil anrichten kann.

Also: Merkt's euch schon mal vor.

Nine Dragons

Wenig los hier zur Zeit, da ich halt weiter mein Ding mache (gerade wieder für zwei Wochen in der Senate House Library, so dass ich wenigstens Fortschritte mache).

Immerhin hab ich es heute zum ersten Mal überhaupt ins Victoria&Albert Mueseum geschafft. Dort gab es eine Ausstellung "Masterpieces of Chinese Painting 700 - 1900", die ich unbedingt sehen wollte, die aber ausverkauft war und heute den letzten Tag hatte. Zum Glück kam heraus, dass es für Kurzentschlosene jeden Morgen nochmal Extrakarten gibt, und mit beherztem Anstehen (9:15 für 10:00 Uhr) konnte ich mir eine davon sichern.

Natürlich sehr interessant, weil es ja in China eine lange Malerei-Tradition gibt, von der wir selten was mitbekommen, und die erst spät von der europäischen Malerei beeinflusst wurde. Und die Ausstellungsmacher haben sich Mühe gebgeben, aus vielen verschiedenen Museen Werke zuammenzutragen. Mir haben vor allem die Bildrollen gefallen, z. B. Chen Rong, Nine Dragons von 1244 (=vor Giotto!). In voller Länge auf wikipedia.