03 Oktober 2017

Hong Kong und zurück

Ich bin seit morgen früh (7:30...) wieder wohlbehalten in London. Davor war ich einen Tag in Hong Kong, weil der Flug von dort ging, und hab zumindest etwas von der Stadt gesehen. Interessanter Kontrast zu Shenzhen, weil Hong Kong einerseits kleiner ist, andererseits aber doch hektischer, dichter bebaut und internationaler. Viel gutes Essen (und Eis von Grom), so dass es insgesamt eine feine Stadt ist - wenn es nur nicht so elend schwül wäre, so dass sich 32º schnell wie 40º anfühlen. Daran müssen sie noch arbeiten.

Cha Chaan Teng (Teehaus)

Hong Kong bei Nacht

24 September 2017

Halbzeit

So, die erste Woche von unserem Projekt ist um und es läuft weiter recht gut. Ich war mit zwei Kollegen (Will und Carsten) hier, die am Freitag schon wieder abgereist sind, weil das Semester wieder losgeht und sie keine Zeit mehr haben. Ich bleibe noch eine Woche hier und versuche, weiter Daten zu sammeln.

Ansonsten hab ich inzwischen auch etwas sightseeing betrieben. Besonders interessant fand ich die Nantou-Altstadt. Einerseits erzählt einem hier jeder, dass es Shenzhen praktisch gar nicht gab, bis es 1980 zur Sonderentwicklungszone wurde. Stimmt auch im Großen ganzen, aber andererseits ist es halt China, und so gibt es doch historische Überreste. Nantou wurde im Jahr 331 gegründet und wurde mit Salzhandel reich, verlor dann aber an Bedeutung und wurde von Shenzhen geschluckt.

Trotz des schnellen Wachstums von Shenzhen und der diversen Zerstörungsphasen (siehe Wikipedia) haben sich doch einige alte Gebäude erhalten. Die sind aber allgemein unbekannt und selbst die Anwohner in der Nachbarschaft konnten uns nicht in das kleine Museum lotsen, das es hier gibt (sieht interessant aus, ist aber fast alles auf Chinesisch). Hier ist das Stadtor:

20 September 2017

Shenzhen

Shenzhen lässt sich gut an. Reise hat problemlos geklappt - wir sind 12 Stunden nach Hong Kong geflogen und dann mit einer Limousine über die Grenze gefahren. Wir wohnen im Hilton, was nicht sehr authentisch ist, dafür aber komfortabel (und anscheinend von einem Deutschen geleitet).

Das Forschungsprojekt ist auch gut angelaufen - wir waren schon drei Tage bei Huawei und haben eine Menge Interviews geführt. Dabei hat sehr geholfen, dass wir bis heute eine chinesische LSE-Studentin dabei hatten, die gelegentlich übersetzt hat. Die ist jetzt wieder zurück, so dass es ab morgen nochmal interessant werden könnte...

16 September 2017

USA-Fotos

Rechtzeitig zur nächsten Reise hab ich es noch geschafft, die USA-Fotos zusammenzustellen...

Hier geht's zu den Fotos...

Nach China

In den Neunzigerjahren hätte ich beinahe mit dem Norbert einen Chinesischkurs am Luitpoldgymnasium belegt, der aber dann doch nicht zustande kam. Im neuen Jahrtausend hat mein Vater dann die ganze Familie auf eine Rundreise durch China eingeladen, die aber auch nicht zustande kam, weil es just das Jahr der SARS-Krise war und alle Flüge storniert wurden (wir waren dann in Griechenland).

Jetzt klappt es also doch noch - ich reise heute für zwei Wochen nach Shenzhen. Das Forschungsprojekt, an dem ich arbeite, erforscht Huawei, so dass wir dort hin reisen, um Interviews zu führen und die Leute kennen zu lernen.

Shenzhen liegt in der Nähe von Hong Kong, war in den Achtzigerjahren eine der ersten Sonderwirtschaftszonen in China und ist somit sprunghaft von "fast nichts" auf ca. 10 Millionen Einwohner gewachsen. Außerdem ist es berühmt als die Welthauptstadt für Hardware-Entwickler, so dass inzwischen sogar Startups aus den USA dorthin ziehen. Interessante Doku (> 1 Stunde) hier:


Ansonsten hat der Economist neulich ausführlich über das Perlflussdelta und Shenzhen berichtet. Auch interessant.

Außer Shenzhen werd ich wahrscheinlich nicht viel vom Land sehen, aber immerhin gehen die Flüge über Hong Kong und ich verbringe die Nacht vor dem Rückflug dort.

07 September 2017

Reiseplan

Neuer Reiseplan: Ich bin vom 3.-6. November wieder in München und fahre dann mit dem (neuen, österreichischen) Nachtzug weiter nach Rom), wo ich an einem Workshop teilnehme (bis zum 9., möglicherwiese mit Verlängerung nach hinten hinaus). Zweimal Rom im Jahr – nicht schlecht. :-)

Freut mich, wenn wir uns sehen!


02 September 2017

Sonnenfinsternis

Ab Indianapolis gibt es keine Züge mehr, und so bin ich mit dem Greyhound nach Nashville, Tennessee gefahren, um die Sonnenfinsternis am 21.8. zu sehen.

Ich hatte sogar ein Auto gebucht, um notfalls hin und her fahren zu können, bin aber dann doch in meinem Motel geblieben und hab von dort aus gekuckt.

Kurz vor der totalen Finsternis sind Wolken aufgezogen und haben die Sonne verdeckt, aber glücklicherweise sind sie rechtzeitig verschwunden. Anscheinend haben nicht alle in Nashville so einen guten Blick gehabt:

War natürlich nicht so gesellig wie unsere 1999er Sonnenfinsternis, aber ein toller Anblick – und eine gute Ausrede, um eine schöne Reise zu unternehmen.

Verkehrs- und sonstiges Chaos ist so ziemlich ausgeblieben, obwohl 12 Millionen Menschen im Bereich der totalen Finsternis leben und bis zu 7 Millionen Besucher erwartet waren – damit sollte es eines der größten Ereignisse aller Zeiten gewesen sein, was die Besucherzahl angeht. Insofern schade, dass sich die Berichterstattung hauptsächlich auf Trump und seine fehende Brille konzentriert hat. Hier sind ein paar andere Reaktionen.

Die nächsten Sonnenfinsternisse sind in Südamerika, 2024 dann nochmal in den USA und 2026 in Spanien. Fahren wir hin?

30 August 2017

USA

So, ich bin wieder gut aus den USA zurückgekommen und gleich danach umgezogen. Aber der Reihe nach:

Fotos liefere ich noch nach, wenn Zeit ist. :-)

10. -12. 8. AMCIS, Boston
Der Hauptanlass für meine Reise war ja, dass ich meine Forschung auf der AMCIS-Konferenz präsentiert hab. Ist gut gegangen und war eine nette Konferenz, auf der ich überraschend viele bekannte Gesichter wiedergetroffen hab - ist eben eine kleine community. Ich hab gleich am ersten Tag meine Präsentationen gehalten und eine session gelietet, so dass ich es den Rest der Zeit ruhger angehen lasen konnte. So hab ich auch etwas von Boston gesehen (zumindest mit der "hop on hop off"-Tour). Sehr nett, aber die meisten Sehenswürdigkeiten (freedom trail) sind eher für Amerikaner interessant.

13.-15. 8. New York
In New York bin ich in einem sehr netten Hotel gelandet, dessen winzige Zimmer wie Schiffskabinen aussehen (und in dem schon die Überlebenden von der Titanic untergebracht waren). Lustigerweise hab ich mich dort mit einer deutschen Freundin aus London getroffen, die gerade nach Boston gezogen ist... Ansonsten hab ich zielstrebig sightseeing betrieben, weil ich überhaupt erst zum 2. Mal da war (und das erste Mal war in den Achtzigern...).

Höhepunkte waren das Metropolitan Museum (sehr gut sortiert) und die Gedenksätte für den 11. September (lehrreich und würdevoll). Außerdem fiel mit hier auf, das ich mir eine Sonnenfinsternisbrille zulegen sollte (wer weiß, wo meine alte ist...), somit bin ich noch ins Museum of Natural History gegeangen. Sah auch sehr vielversrepchend aus, aber ich hab es aus Zeitgründen nur ins Hayden Planetarium geschafft. Auch sehr interessant mit guter Show über den Aufbau des Universums, nur gab es keine Brillen.

Jedenfalls gerne mal wieder nach New York...

16. - 18. 8. Chicago
Unerwartet gelungen war die Bahnfahrt nach Chicago, für die ich mit einen Schlafwagen mit eigenem Winzabteil gegönnt habe. Sehr angenehm, und man bekommt kostenloses Essen und Softdrinks im Speisewagen. Das Ergebnis war, dass ich die meiste Zeit mit einem Herrn aus Boston und einem schwulen Paar aus Vermont, die alle auf dem Weg zur Sonnenfinsternis waren, im Speisewagen verbracht hab. Sehr lustig. Mittelfristiger Plan: doch mal die coast to coast-Route in Angriff nehmen (ab 186 $ , aber mit Sitzplatz und ohne zwischendurch auszusteigen...).

Chicago jedenfalls! Unfassbar schwül, aber auch wieder sehr nett. Ein Höhepunkt war wiederum das Planetarium - nicht nur, weil ich dort endlich meine Sofi-Brille bekommen hab, sondern weil es auch wieder sehr interessant war und zudem schön gelegen am Ende eines Piers.

18. - 20. 8. Indianapolis
Übers Wochenende war ich dann in Indianapolis, wo es außer der Indy 500-Rennstrecke (ignoriert) nicht viel zu sehen gibt. Dafür wohnt dort meine alte Bekannte Joan, die ich mal in Dublin kennen gelernt hab und die inzwischen eine sehr nette Tochter hat. So hab ich mich mit den beiden getroffen und es ruhig angehen lassen. Aufgrund ihrer unsportlichen Öffnungszeiten hab ich es leider knapp verpasst, die amische Bäckerei im Ort zu besuchen, die angeblich die besten Donuts (Krapfen?) weit und breit hat.

08 August 2017

Offizielles Foto

Das sollte ich hier auch noch reinstellen – das offizielle Foto von meiner graduation ist da!


06 August 2017

Ich fahre, ich weiß nicht wohin...

...bzw. doch, fürs erste. Während sich bei mener Jobsuche noch nichts Konkretes ergeben hat, hab ich zumindest einige nette Reisepläne für die zweite Jahreshälfte:
  • USA, 9.-24. August – ich präsentiere nächste Woche die Kurzfassung meiner Doktorarbeit auf der Americas Conference on Information Systems (AMCIS) in Boston und nehme das zum Anlass, danach etwas durchs Land zu reisen. Der Plan ist New York – Chicago – Indianapolis – Nashville, idealerweise mit Sonnenfinsternis.
  • China, 16. September-1. Oktober – das Forschungsprojekt, an dem ich zur Zeit arbeite, widmet sich einer chinesisschen Firma, und so reisen wir im September nach Shenzhen, um uns dort umzusehen und Leute zu interviewen. Wird sicher interessant, und ist das erste Mal, dass ich es nach China schaffe. So geht's in Shenzhen zu (lange, aber interessante Doku):

  • Rom, 7.-9. November – noch eine (kleine) Konferenz, die aber sicher interessant wird. Und eine gute Ausrede, um dieses Jahr zum zweiten Mal nach Rom zu reisen. Noch nicht genau geplant – evtl. kombiniere ich das mit einem Münchenbeusch.

23 Juli 2017

Neue Wohnung

Meine erste Wohnungssuche in Großbritannien ging leichter als gedacht, wahrscheinlich, weil ich rechtzeitig damit angefangen hab. Am 31.8. endet mein Vertrag als subwarden und ich muss aus dem Wohnheim ausziehen. Weil ich vorher (vom 9.-22.8.) in den USA bin, dachte ich mir, ich regele die Wochnungssuche lieber gleich, und hatte somit wohl weniger Konkurrenz. So hab ich jetzt beim dritten WG-Zimmer, das ich angeschaut hab, zugeschlagen.



Die WG ist in Leyton, in Waltham Forest, der Heimat von Alfred Hitchcock, David Backham und Iron Maiden. Etwas weiter draußen gelegen, aber dank Central Line sehr gut an meine Uni angeschlossen. Es gibt mindestens einen hervorragenden Pub und einen Fußballverein, der von ausländischen Investoren heruntergewirtschaftet wurde. So weit, so sympathisch.

Meine Mitbewohner kenne ich noch gar nicht, insofern sind hier noch Überraschungen möglich. Allerdings ist das Zimmer für Londoner Verhältnisse lächerlich billig (110£/ Woche, ungefähr 530€/ Monat). Ich berichte dann, wie es ist – am 25.8. ist der Umzug geplant.

18 Juli 2017

Sightseeing mit Eltern


Zur graduation waren meine Eltern hier und wir haben uns ein paar schöne Tage gemacht. Die Anreise mit dem Zug ging gut und wir hatten sogar extra Zeit in Frankfurt und Brüssel. Allerdings ging fast der ganze Donnerstag drauf. Nach der Zeremonie am Freitag haben wir es dann ruhig angehen lassen, aber doch einige Highlights untergebracht.

  • Afternoon Tea, Fortnum & Masons - Sehr empfehlenswert. Teurer als anderswo, aber nicht zu posh. Alles sehr lecker, und man kann sich von allem Nachschlag geben lassen (was wir nur bedingt ausgenutzt haben). Darüber hinaus erfüllen sie auch ausgefallene Wünsche wie "den Tee bitte nur 3 Minuten ziehen lassen".
  • Hawksmoor Borough - neue Filiale der Steak-Kette. (Fast) alles sehr lecker und hervorragend günstiges Early Bird Menü.
Widmet sich der Pflege aussterbender Kakaosorten.
  • Shard - macht man sonst auch nicht: Wir waren auf der Aussichtsterrasse auf dem Shard (höchster Wolkenkratzer in London). Tatsächlich sehr hübsch:

Na dann prost!

Graduation ceremony

So, die graduation ist gut über die Bühne gegangen und es war ein toller Tag. Danke für alle Grüße und Glückwünsche!

Der Livestream hat tatsächlich funktioniert und einige von euch haben ihn auch verfolgt. Gute Sache. :-) Wer das Video noch sehen will, kann das hier bis zum Freitag (21.7.) machen:
http://www.iamagraduate.com/lse/ (Ceremony F - wer es eilig hat, kann ein relativ langes Stück in der Mitte überspringen. Ich bin um 58:30 dran)

12 Juli 2017

Graduation

An Freitag steht meine graduation ceremony an, und mit etwas Glück könnt ihr sie live verfolgen. Es geht um 10:45 Ortszeit los (11:45 in Deutschland), und der Video-Stream steht dann wohl auf dieser Website zur Verfügung (ceremony F):

Bleibt wohl eine Woche dort. Also: schaut mal rein!

11 Juni 2017

Reisepläne

Ansonsten werden meine Reisepläne für das Jahr konkreter. Bis jetzt steht fest:

  • 26.-29.6.: Amsterdam, wo ich an einer Summer School teilnehme. Sollte interessant sein (und ich war ewig nicht in Amsterdam).
  • 30.6.-13.7. zwei Wochen München (mit Abstecher nach Kriseszell). Hoffentlich viel Zeit, euch alle zu treffen. :-)
  • am 13.7. reise ich mit meinen Eltern nach London, denn am 14. 7. ist meine graduation ceremony.
  • 10.-22.8.  USA - ich präsentiere meine Forschung auf der Americas Conference on Information Systems in Boston und nutze dann die Gelegenheit, etwas herumzureisen und mir am 21.8. die Sonnenfinsternis anzuschauen.
Zusätzlich darf ich noch zweimal umziehen, nämlich am 24.6. aus meinem jetzigen Wohnheim (das generalsaniert wird) in ein anderes in der Nähe. Am 30. August endet dann mein Vertrag als Subwarden und ich muss mir (erstmals in meiner Zeit in England) eine Wohnung auf dem freien Markt suchen.

Terror dahoam

Der Terroranschlag bei London Bridge war ziemlich in meiner Nähe, nämlich ungefähr 10 Minuten zu Fuß. Ich war aber daheim und so ist mir nichts passiert. So oder so ändert sich nichts an meiner Einstellung, nämlich dass es immer Terroranschläge geben wird, aber so lange das in einer Stadt mit 9 Millionen Leuten passiert, es doch unwahrscheinlich ist, dass es mich selbst treffen wird. Insofern versuche ich weiterhin, mirt keine Sorgen zu machen.

Darüberhinaus sind die Sicherheitskräfte hier natürlich ziemlich fit und alle sind recht stolz darauf, dass es vom ersten Notruf an nur 8 Minuten gedauert hat, bis alle Angreifer tot waren.

Das erfreuliche an London ist auch, dass sich die Leute insgesamt nicht zu sehr verrückt machen lassen, sondern die Anschläge mit britischem Humor nehmen und insgsesamt so weiterleben wie bisher. Schließlich hat die Stadt auch schon Terroranschläge von Al-Qaida und der IRA überlebt, ebenso wie den Blitzkrieg, Invasionen von Normannen, Wikingern, Römern...

14 Mai 2017

Da ist das Ding

Meine Doktorarbeit ist jetzt in ihrer überarbeiteten Fassung auf der LSE-Website veröffentlicht! Schaut mal rein. :-) Ich weiß gar nicht, ob ich überhaupt noch eine gedruckte Version einreichen muss, will aber auf alle Fälle noch ein paar Exemplare drucken.


Zusätzlich hab ich eine formlose Email bekommen, in der sie mir zum Abschluss gratulieren. Die öffentliche graduation ceremony findet am 14. Juli um 10:45 statt. Alle Details gibt es hier.

23 April 2017

Birmingham

Über Ostern war ich ein paar Tage in Birmingham (teilweise unterstützt von einem Londoner Kumpel). Dort wollte ich schon länger mal hin, weil es dort einen der besten Konzertsäle überhaupt geben soll. So war ich am Gründonnerstag in einem Konzert mit Mahlers 5. Symphonie. Die Akustik war in der Tat toll, und sehr passend zu Mahler, da es am Schluss jede Menge Schnederengtengteng gab. Der Saal ist in der Tat zu preisen - er orientiert sich unter anderem am Musikverein in Wien, hat aber zusätzlich einen flexiblen Resonanzraum, den man bei Bedarf öffnen kann (was bei Mahler sicher geholfen hat). Sieht man hier an den offenen Löchern rings um die Orgel:


Ansonsten ist Birmingham insesamt eher unterschätzt: Es ist die zweitgrößte Stadt in Großbritannien und war die Wiege der industriellen Revolution. Nach Kriegszerstörungen und autofreundlichem Wiederaufbau sind sie seit den 80ern dabei, Bausünden rückgängig zu machen, und haben jetzt eine Reihe schicke moderne Gebäude. Es gibt auch wiederum gutes Essen (z.B. hier und hier) und alles ist ein Stück billiger als in London. Lest den Wikipedia-Eintrag und schaut selbst mal hin!

 Selfridges (Kaufhaus)

neue Stadbibilothek

Rom

Rom (Ende März, mit Rupert und Roland) war wieder sehr schön. Erstaunlicherweise gab es nach all den Jahren immer noch Dinge, die wir nicht gemacht hatten. Ich hatte mir diesmal den Eyewitness Top 10 Guide gekauft und überraschenderweise kam heraus, dass wir drei der Top 10 noch nicht gesehen hatten, nämlich die Villa Giulia, das Römische Nationalmuseum und Ostia Antica. Insofern gab es einiges aufzuholen.

Das Museo Nazionale Romano ist über vier Hauptstandorte verteilt, von denen wir einen (Terme di Diocleziano) immerhin 2015 gesehen hatten. Diesmal waren wir in der Cypta Balbi und im Palazzo Altemps, so dass wir das immerhin zu 75% abhaken können. Palazzo Altemps war sehr nett, das ist ein alter Palazzo bei der Piazza Navona, der früher dem Haus Hohenems gehört hat. Jetzt ist er ein schönes Museum voller antiker Skulpturen.
Und wir haben es erstmals zusammen nach Ostia Antica geschafft (ich war ganz früher mal mit meinen Eltern da). Riesige Anlage mit Resten der antiken Hafenstadt und sehr sehenswert! Ist zwar ein Stück außerhalb, aber es kam heraus, das es direkt beim Flughafen Fiumicino liegt, so dass wir da vor dem Abflug bequem mit Mietauto (noch eine Neuerung) hingekommen sind.  
Auch zum ersten Mal haben wir uns nach Konzerten umgehört und sind gleich auf zei gestoßen: Ein Orgelkonzert in Sant'Antonio dei Portoghesi und ein Klavierkonzert von Grigory Sokolov im Parco Della Musica. Sehr beeindruckend!

Und schließlich war ich zum ersten Mal in den Thermen, was die Erholung nach der viva sehr gefördert hat. Konkret gibt es ein klenes Hamam in der Nähe des Schildkrötenbrunnens, das sich in alten römischen Kellergewölben befindet (historisch nicht so abwegig, denn die Hamams sind ja aus der römischen Badetradition in Byzanz hervorgegangen). Sehr hübsch:

Und auch zum Essen gab's wieder (fast immer) genug.


10 März 2017

Doppelfeierbeschluss

Langsam zeichnen sich die ersten Umrisse meiner näheren Zukunft ab:
  • Ich bin von 17.-19.3. in München! Doppelfeier PhD + Geburtstag vsl. am 18.3.
  • Danach eh in Rom, vom 25. bis 29.3.
  • Beruflich bleib ich erst mal an der LSE. Ich arbeite ab sofort mit meinem supervisor an einem, wenn nicht gar zwei, Forschungsprojekten. Die sind zwar befristet (vorerst auf ein Jahr), hören sich aber interessant an und bringen auch etwas Geld in die Kasse. Vor allem kann ich dabei an meinen Veröffentlichungen arbeiten, die dann wiederum wichtig sind, wenn ich mich später auf eine unbefristete Stelle bewerbe. 
  • Meine graduation ceremony steigt dann zwischen dem 12. und 14. Juli. Wird modisch schwierig, aber sonst sicher eine nette Feier.

08 März 2017

Dr. Florian

Am Ende ging alles schneller und glatter als erwartet - ich hatte gestern meine viva und hab sie bestanden! Entgegen früherer Meldungen sogar ohne revisions, das heißt, dass meine Prüfer zwar jede Menge Verbesserungsvorschläge hatten, es ihnen aber gleichzeitig wurscht ist, ob ich sie umsetze. Insofern muss ich die überarbeitete Doktorarbeit nicht nochmal einreichen.
Viva war nicht so schlimm - ich hab mich knapp zwei Stunden mit meinen Prüfern (Bendik und Dave) unterhalten. Sie hatten zwar alle möglichen kritischen Fragen, waren aber anscheinend doch überzeugt von der Arbeit.

Somit kann ich (nach meiner Kenntnis) sofort den Titel "Ph. D." tragen (wahrscheinlich gibt es dazu noch einen offiziellen Schrieb). Da Großbritanien noch in der EU ist, profitiere ich von den vereinfachten Regeln zur Nostrifikation und kann ohne weiteres in Bayern (wahrscheinlich eh überall in Deutschland) auch den Titel "Dr." tragen.

Nebenher unterrichte ich noch zwei Wochen lang meine Seminare, unter anderem heute früh um 9, so dass die allfällige Feier gestern etwas kurz ausfiel. War aber trotzdem nett:
Prächtig amüsiert sich...
Ansonsten feiere ich fröhlich weiter, sicher auch demnächst in München (Plan ist in Arbeit).

27 Februar 2017

Sturm vor der Ruhe

Diese Woche ist gerade ziemlich hektisch. Ich habe einen Haufen Essays zu korrigieren, versuche, mein Paper für die AMCIS fertigzustellen (beides bis Mittwoch) und bereite mich nebenher auf die viva vor (7. März). Zusätzlich präsentiere ich morgen in unserem PhD-Seminar und fahre am Mittwoch auf eine Konferenz in Ipswich.

Um so geruhsamer wird es dann nach der viva. Wie es aussieht, werde ich ein Jahr an der LSE bleiben und mit meinem supervisor an einem Forschungsproject arbeiten. Ist zwar nur Teilzeit, aber nach meiner Hochrechnung sollte das Geld reichen, um über die Runden zu kommen. Hätte den Vorteil, dass ich nebenher an meinen Publikationen arbeiten und mich dann nächstes Jahr auf einen richtigen Job bewerben kann.

05 Februar 2017

Nach der Abgabe

Die Zeit nach der Abgabe hätte für meinen Geschmack auch ruhiger verlaufen können. Statt dessen hab ich alles mögliche zu tun, was ich länger aufgeschoben habe.

Erstens unterrichte ich wieder, nämlich den gleichen Kurs wie in den letzten Jahren an der LSE (Studenten designen Informationssysteme). Zusätzlich bin ich erstmals am University College London (UCL), wo ich Seminare in Managerial Decision Making unterrichte. Das ist sehr interessant, aber erweist sich auch als recht arbeitsintensiv. Dafür unterrichte ich möglicherweise im ehemaligen Wohnzimmer von John Keynes:
Gordon Square 43

Nebenher fange ich an, meine Doktorarbeit in papers umzuwandeln, die dann hoffentlich irgendwo veröffentlicht werden, und bereite mich auf meine viva (Abschlussprüfung) vor, die am 7. März steigt.

Was danach kommt, ist immer noch offen. Ich hatte ein Bewerbungsgespräch für eine Postdoc-Stelle in Münster, war damit aber nicht erfolgreich (bzw. bin Zweiter geworden). Insgesamt ist es unwahrscheinlich, das ich in Deutschland lande, aber den harten Flexit will ich auch nicht ausschließen. Im Moment sieht es so aus, als ob ich erst mal an der LSE bleibe und mich dort mit kleineren Forschungs- und Lehrprojekten über Wasser halte.

Der wohlverdiente Urlaub kommt dann Ende März (Rom). Nach München will ich auch bald kommen, warte aber erst mal ab, wie sich hier die Dinge entwickeln.

05 Januar 2017

Abgegeben!

Dienstag war der große Tag, an dem ich nach über 4 Jahren meine Doktorarbeit abgegeben hab! War am Schluss nicht zu stressig (ich war einen Tag früher fertig), aber ich war sehr froh, dass ich 3 Monate Verlängerung hatte und nicht schon im September abgeben musste. So sieht sie aus:

Als exklusive Vorschau gibt's hier schon mal das abstract:
Organizational agility has received much attention from practitioners and researchers in Information Systems. Existing research on agility, however, often conceptualizes information systems in a traditional way, while not reflecting sufficiently on how, as a consequence of digitalization, they are turning into open systems defined by characteris-tics like modularity and generativity. The concept of digital infrastructures captures this shift and stresses the evolving, socio-technical nature of such systems. This thesis sees IT in large companies as digital infrastructures and organizational agility as a performance within them. In order to explain how such infrastructures can support performances of agility, a focus on the interactions between IT, information and the people using and designing them is proposed. A case study was conducted within Telco, a large telecommunications firm in the United Kingdom. It presents three projects employees regarded as agile. A critical realist ontology is applied in order to identify generative mechanisms for agility. The thesis develops a theory of agility as a performance within digital infrastructures. This contains the central generative mechanism of agilization – making an organization more agile by cultivating digital infrastructures and minding flows of information to attain an appropriate level of agility. This is supported by the related mechanisms of informatization and infrastructuralization. Moreover, the concept of bounded agility illustrates how people in large organizations do not strive for agility unreservedly, instead aiming for agility in well-defined areas that does not put the business at risk. This theory of agility and the concept of bounded agility constitute the main theoretical contributions of this thesis. It also contributes clear definitions of the terms ‘information’ and ‘data’ and aligns them to the ontology of critical realism. Finally, the proposed mechanisms contribute to an emerging middle range theory of organizational agility that will be useful for practitioners.
Gewonnen ist damit nocht nichts - die Doktorarbeit geht jetzt an meine beiden Prüfer. Die lesen sie gründlich, und dann (vsl. im März) treffen wir uns zur viva - der mündlichen Prüfung, in der ich meine Arbeit verteidige. Anders als in manchen Ländern ist das hier keine Formsache. Im Idealfall gefällt den Prüfern die Arbeit und ich kann dann gelich den Doktortitel (Ph. D.) tragen. Meistens ist es aber so, dass sie noch Änderungswünsche haben und man nochmal Zeit bekommt, die Arbeit zu überarbeiten (zwischen einigen Monaten und mehr als einem Jahr). Also, abwarten. :-)

Nichtsdestotrotz stürze ich mich schon in die akademische Jobsuche. Fürs erste unterrichte ich ab nächster Woche wieder diverse Seminare, nämlich für den Kurs an der LSE, den ich seit 2 Jahren mache. Zusätzlich diesmal noch für einen Kurs am University College London (hat sich so ergeben).

Also: Schon einiges los im neuen Jahr.