Das Guinness. Überhaupt nicht mit der bitteren Plörre zu vergleichen, die in Deutschland in Irish Pubs verkauft wird. Weich, cremig und mit einer wunderbaren Schaumkrone. Schon das Einschenken ist eine Augenweide: Man muss vor dem Trinken warten, bis sich das Guinness von goldgelb nach schwarz verfärbt hat, sich also die Millionen kleinen Luftblasen gesetzt haben. Das dauert ein paar Minuten, während derer man sich auf sein Bier freut.- Das Wetter. Irland liegt im Golfstrom und hat so das ganze Jahr über ein mildes, ausgeglichenes Klima. Im Winter gibt es fast nie Frost, im Sommer ist es nicht so heiß wie bei uns (nie über 30°) und bis 23 Uhr hell. Überall wachsen Palmen. Natürlich regnet es oft, aber nicht so lange wie in Deutschland. Tagelangen Dauerregen hatten wir noch gar nicht, seit ich hier bin (fragt mich im Winter nochmal).
- Die Leute. Sind schon ganz freundlich und unkompliziert (obwohl Deutschland ja, wie man hört, seit der WM hier aufholt...). Einmal hat mich sogar ein Fahrkartenkontrolleur zur Begrüßung gefragt, wie es mir geht!
- Der Arbeitsmarkt. Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenquote liegt, soweit ich weiß, unter 5%. Nicht zuletzt wegen Punkt 5:
- Die Rahmenbedingungen für Investoren. Ich zahle 20% Steuern und keine weiteren Abgaben. Was Google an Steuern zahlt, weiß ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass es weniger ist, als es in Deutschland wäre. Irland war klug genug, seine EU-Fördermittel nicht für Dinge wie Spaßbäder auszugeben, sondern eben günstige Bedingungen für Investoren zu schaffen. Heute ist Irland einer der reichsten Staaten weltweit, "das inflationsbereinigte Pro-Kopf-Einkommen in Irland liegt innerhalb der EU nach Luxemburg auf Rang 2 und ist etwa 30 % höher als in Deutschland" (Wikipedia).
- Die Alterspyramide. 50% der Bevölkerung sind jünger als 25, so dass der Großteil der Sorgen, die wir uns in Deutschland machen (Renten, Vergreisung, ...), hier unbekannt sind. Ständig sieht man Schwangere und Mütter mit Kindern - und das nicht etwa, weil der Staat das Kinderkriegen fördern würde.
- Fertiggerichte. Davon war schon die Rede.
- Die Supermärkte. Die können hier offen haben, wie sie wollen, so dass man praktisch rund um die Uhr an Lebensmittel kommt. IN meinem 24-Stunden-Tesco gibt es automatische Kassen, wo man seine Sachen selber scannt und dann bar (!) oder per Karte zahlen kann. Wann gibt es das in Deutschland? Und nicht zuletzt haben hier am Sonntag alle Geschäfte offen (ab 12, damit man vorher in die Kirche gehen kann...). Erzählt das mal Herrn Stoiber.
- Die Pub- bzw. Kneipenkultur. Es ist hier ganz normal, sich abends mit Kollegen oder Nachbarn im Pub zu treffen, und in Dublin gibt es wirklich an jeder Ecke einen Pub. Sehr feine Sache.
- Prähistorische Zeugnisse. Siehe Newgrange. Was ist eigentlich das älteste Gebäude Deutschlands? Die Porta Nigra (3000 Jahre jünger)?
10 September 2006
Was in Irland besser ist als in Deutschland
Nach einem guten halben Jahr ist es Zeit für eine kleine Zwischenbilanz. Wenn man in Irland lebt, vermisst man natürlich nicht nur Dinge aus der Heimat, sondern merkt auch, dass hier einiges besser ist:
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5 Kommentare:
älteste gebäude - z.b. das da?
http://de.wikipedia.org/wiki/Kreisgrabenanlage_von_Goseck
Und umgekehrt? Jetzt, da ich weiß, was an Irland so toll ist und mich nichts mehr hier hält, was ist denn dann hier noch schön?
Gemach, es gibt genug, das in Deutschland besser ist. Schreib ich euch demnächst, also wartet noch mit dem Auswandern :-)
Supermärkte sonntags immer offen und automatische Kassen - finde nicht, dass das so erstrebenswert ist. Wir vergeuden doch unsere Zeit eh nur mit Konsumieren, kann es da nicht vielleicht einen Tag in der Woche geben, wo wir das nicht können und vielleicht dazu angeregt werden, was anderes zu unternehmen, Ausflüge, spazierengehen vielleicht sogar was, was nicht Dreck macht und die Umwelt verseucht? Ganz zu schweigen natürlich von den Supermarktangestellten, die vielleicht auch mal ihre Familie sehen wollen. Klar, jetzt schreibst Du von automatischen Kassen, sprich es müssen keine Angestellen extra kommen - da wären wir schon bei der nächsten Schattenseite: sind wir doch froh, dass es in Läden noch richtige Menschen gibt, die uns - naja gut vielleicht ist das nicht oft der Fall - bedienen mit denen man ein Wort wechseln kann etc., die vor allem ARBEIT haben. Das Verkaufspersonal wird eh schon haufenweise REDUNDANT gemacht, um mal englisch zu sprechen, automatische Kassen führen dazu, dass dieser Trend noch mal verstärkt wird.
Außerdem - in München gibt es so was schon, ein Real vom Metrokonzern hat die self-scanning Kassen und will das in einigen Jahren noch weiter ausdehnen.
Ich finds doof! Und schneller gehts auch nicht.
Apropos niedrige Steuern - mag schon sein, dass das Investoren anzieht, aber wo kämen wir hin, wenn alle Länder sich in diesen Reigen "Steuern runter" einreihen - dann unterbietet Duetschland Irland, dann Irland wieder Deutschland und am Ende kann der Staat dichtmachen, weil er keine Einnahmen mehr hat. Alleinseligmachend ist das auch nicht. Irland hatte halt auch viel Glück, dass es jahrelang EU-Gelder in den A geblasen bekommen hat. So wie Bayern ja übrigens auch massig Gelder aus dem Länderfinanzausgleich gekriegt hat - und jetzt ironischerweise, wo es selber zahlen muß, den nämlichen abschaffen möchte...
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