09 November 2025

Rotwein

Ich trinke ja gerne Wein, allerdings fast nur Weißwein. Zu Rotwein fehlt mir etwas der Zugang, einerseits weil deutsche Rotweine noch nicht so toll sind (, denke ich). Das größere Problem für mich ist aber, dass mir die Rotweine, die man bekommt, in 90-95% der Fälle zu warm sind, weil sie eben fast immer auf Zimmertemperatur serviert werden.

Das hab ich jetzt extra mal recherchiert: Je nach Wein sollte man Rotweine bei 12 bis max. 18°C trinken. Also Zimmertemperatur, aber nur, wenn man ein sehr kühles Zimmer hat (z.B. altes französisches Château). Weinkeller ginge natürlich auch, aber im Zeitalter der Zentralheizung sind Keller ja oft besonders warm.

Was also tun? Rotwein in den Kühlschrank stellen ist eine Option, das muss man aber genau timen, sonst wird er ja zu kalt. Die andere Option hatte ich ursprünglich in einem (sehr netten) Artikel über Joanna Mallwitz gelesen: Man kauft sich einen kleinen Weinkühlschrank (hat sie nämlich so gemacht)! Idealerweise haben die zwei Klimazonen, für Rot- und Weißweine. Meinen Weißweinen trau ich die unsachgemäße Kühlung im Kühlschrank einfach mal zu (etwas zu kalt, nehme ich an). Für Rotweine hab ich mir jetzt einen kleinen Weinkühlschrank angeschafft, der 6 Flaschen fasst und bis jetzt auf 16°C eingestellt ist. Natürlich reiner Luxus, aber: Wie kriegt man eine solche Temperatur sonst hin?


Also freut euch demnächst bei mir auf wohltemperierten Wein! 

In Rom wurde uns übrigens teilweise zimmerwarmer, teilweise gut temperierter Rotwein angeboten und einmal (in einer Osteria, die nicht auf die Liste kommt) sogar zimmerwarmer Weißwein...

Antike und Gentrifizierung

Wir hatten wieder eine schöne Zeit in Rom! Wir hatten uns Sorgen gemacht, dass es wegen des heiligen Jahres zu voll sein würde, das war insgesamt nicht so. Es scheint aber, als ob sich die Touristenströme zunehmend auf einzelne Hotspots konzentrieren (Fontana di Trevi, Kolosseum, Vatikan…) 

Sowieso haben wir diesmal vor allem antike Sehenswürdigkeiten besucht. Ich wollte sehr gern aufs Forum und den Palatin, wo wir lange (Palatin) bzw. sehr lange (Forum) nicht waren. Deshalb hate ich eine Führung für beides gebucht. War in Ordnung, aber etwas oberflächlich. Immerhin waren wir so mal wieder dort, das war sehr interessant. U.a. waren wir erstmals in der Kurie, in der der römische Senat getagt hat! Die war bis in die 1930er Jahre eine Kirche, stand dann lange leer und ist jetzt ein Veranstaltungsraum. Jedenfalls haben und wir uns vorgenommen, bald mal wieder alleine aufs Forum zu gehen. Nicht zuletzt gibt’s dort auch eine sehenswerte alte Kirche, Santa Maria Antiqua, die tolle Fresken haben soll (hatten wir keine Zeit für).

 Forum und...

 

... Kurie 

Außerdem waren wir in den Thermen des Caracalla, in denen es seit kurzem wieder Wasser gibt – in Form eines flachen Beckens, in dem sich die Ruinen der Thermen spiegeln. Sah schön aus, auch wenn das Wasserspiel (Fontänen) eher minimalistisch ist. 

Wir waren just am gleichen Tag auch in einer tatsächlichen Therme, dem Aqua Madre Hamam, was wohl das Nächste an einer römischen Therme ist, das man in Rom erleben kann. Dort geht man in ein normales Haus im Ghetto, wo sich im Keller unter alten Ziegelgewölben (die aussehen wie bei den alten Römern) ein Hamam mit Dampfbad (Caldarium) und Abkühlbecken (Frigidarium) befindet. Zwischendurch wird man mit einem rauen Handschuh massiert, um alte Hautzellen zu entfernen. Sehr angenehm, und vermittelt etwas vom Leben in der Antike (man soll offiziell dort still sein, die Römer:innen haben sich aber alle unterhalten, wohl in Fortsetzung der Tradition, dass man in der Therme geschäftliche und soziale Verhandlungen führt).


Caracalla-Thermen

Kirchen gab es auch wieder zu sehen, insbesondere San Clemente (der den Bogen zur Antike schlägt - es handelt sich nämlich um drei Gebäude übereinander, aus dem 1. (römisches Wohnhaus), 4. (frühe Basilika) und 12. Jahrhundert (neuere Basilika). Daneben die burgartige Santi Quattro Coronati, die spektakuläre Fresken aus dem 13. Jahrhundert beherbergt (wir konnten nur einen Teil mit Führung sehen). Überraschend viele Gebäude schienen wegen des Jubeljahres gerade renoviert zu werden - erstaunlich, dass man das nicht vorher gemacht hat.


 San Clemente: Mithräum im 2. Untergeschoss 

 

Trastevere 

Und wir haben wieder lecker gegessen, bei vertrauten und guten Lokalen (Pallaro, Baffetto) sowie bei einigen neuen. Vanda ist eine sympathische junge Trattoria in Trastevere, die nur etwas teurer ist, weil es keinen Hauswein gibt. Könnte aber auch ein Zeichen für die zunehmende Gentrifizierung sein, denn sie ist Teil einer kleinen Kette (lest mal die Geschichte auf der Website) und es gab auch anderswo Osterie die weitere Filialen aufgekauft haben, und sogar eine Kette von neuen Osterie. 

Andererseits ist man in der ewigen Stadt, und bis jetzt ist überhaupt erst eine Osteria von unserer Liste verloren gegangen. Bei Pallaro (huch, mit Website...) hängt dafür ein Zeitungsartikel an der Wand, in dem steht, dass es dort noch die richtige römische Küche gibt, die man sonst nirgends mehr bekommt – und der Artikel ist von 2000.

Pizza ai Funghi con Cipolla e Salsiccia