11 August 2025

Färöer

Ich versuche ja, so wenig wie möglich zu fliegen. Daher war ich natürlich interessiert an der Fährverbindung nach Island. Die gibt es ab Hirtshals am Nordende von Dänemark und die Überfahrt dauert 3 Tage, mit Zwischenstopp auf den Färöer-Inseln. 

Dabei kommt man allerdings nicht in Reykjavik an, sondern am Ostende von Island, was in meinem Fall logistisch ziemlich unpraktisch war (heißt allerdings auch, dass man mit eigenem Auto anreisen kann und somit kein Mietauto bräuchte). So bin ich auf der Rückreise von Reykjavik auf die Färöer geflogen und nehme jetzt immerhin von dort aus die Fähre zurück, was immer noch einen Tag und zwei Nächte dauert.

Von den Färöern wusste ich vor allem zwei Dinge: Dass es dort ein Zwei-Sterne-Restaurant gibt (Koks) und einen Kreisverkehr unter dem Meer. Ersteres gibt es derzeit nicht mehr – die Räume wurden zu eng, so dass sie letztes Jahr nach Grönland gezogen sind. Dort haben sie aber auch geschlossen und versuchen jetzt weiterhin, neue Räume auf den Färöern zu finden. Die gleichen Leute haben aber zwei andere Restaurants eröffnet (Links auf ihrer Website).

Den Kreisverkehr gibt es natürlich weiterhin und ich hab es mir nicht nehmen lassen, extra mit dem Bus auf die nächste Insel und zurück zu fahren, um ihn anzuschauen. Sehr hübsch, aber auch nicht so spektakulär (Bus hält dort natürlich auch nicht an). Ein färingischer Künstler hat extra für den Tunnel einen Soundtrack komponiert, der aber stilecht nur über Radio (UKW) und LP zu hören ist. Somit war ich da raus.

Sonst sind die Färöer-Inseln aber sehr hübsch, interessant und auf alle Fälle einen Besuch wert! Die Hauptstadt Tórshavn ist wohl die regenreichste Hauptstadt der Welt...  Auf der Stadtführung hab ich glernt, dass es derzeit eine 27-jährige Bürgermeisterin gibt. Sonst scheint das Land eher konservativ zu sein, beziehungsweise in wichtigen Fragen immer genau 50:50 gespalten. Politik ist aber trotzdem kooperativ und inklusiv, weil zum Teil auch die Politiker unterschiedlicher Parteien direkt miteinander verwandt sind. Der Wirtschaft geht es gut und die Unabhängigkeit von Dänemark wird hochgehalten (so machen sie auch nicht beim europäischen Roaming mit).

Auf den Färöern lief gerade ein Festival mit einheimischer Musik, so dass ich in den Genuss zweier kostenloser Konzerte gekommen bin. Ansonsten kann man Wandern (wenn einen der häufige Regen nicht stört) und nette Museen besuchen.  

Tórshavn: Altstadt und...

...Stadtpark 

Ach so, Papageientaucher gibt's dort auch viele, insbesondere wohl auf Mykines. Die Fähre dorthin fuhr aber nicht wegen starken Seegangs. So habe ich eine verkürzte Tour gemacht und auch etliche gesehen, aber wiederum keine guten Fotos machen können.

Reykjavik

Meine Gruppenreise hatte nur einen halben Tag für Reykjavik eingeplant (und war etwas kurz für einen Haupturlaub), so dass ich sie individuell verlängert habe. So hab ich mir noch etwas mehr von der Stadt angeschaut und war einen Tag in der blauen Lagune.

Highlight war ansonsten Harpa, das relativ neue, spektakuläre Konzerthaus an der Hafenfront. Der Bau stand wegen der Finanzkrise eine Zeitlang auf der Kippe, wurde aber dann auf Staatskosten fertiggestellt. Der große Saal hat Nachhallkammern, um die Akustik zu verbessern. Die konnten wir auch besichtigen, und unsere Führerin hat dort ein Volkslied gesungen! Zur Zeit gibt es aber keine regulären Konzerte wegen Sommerpause... 

 

Harpa

Organist probt in der Hallgrímskirkja

Blue Lagoon: Riesiges Bad mit heißem Wasser, das gesunde Substanzen enthält, die ihm gleichzeitig die blaue Farbe geben, Hatte ich mich sehr darauf gefreut. Ist auch etwas Besonderes, reicht aber, einmal hinzugehen. Riesige Menschenmengen, praktisch keine Isländer. An dem Tag war es kalt, regnerisch und windig. Das Bad ist natürlich toll! Riesengroß, und man sieht sehr gut das Kraftwerk, dessen Abwässer hier gesammelt werden. Außerdem  Spuren eines kürzlichen Vulkanausbruchs – anscheinend ist der alte  Parkplatz unter meterhoher Lava versunken. 

Beim nächsten Mal würde ich mir aber lieber andere Bäder anschauen (es gibt neuere, kleinere Alternativen und  sowieso etliche kleine Bäder, die Touristen z.T. gar nicht finden würden. Reguläre Stadtbäder in Reykjavik haben z.B. auch heiße Pools... 

07 August 2025

Wale und Thingvellir

Das Whale Watching hat gut geklappt - wir sind von Akureyri aus in den dortigen Fjord gefahren, und da tummeln sich wohl immer einige Buckelwale, die dann auch auftauchen und sich gerne fotografieren lassen. Das Fotografieren hat sich als überraschend schwer erwiesen, außerdem hat meine Kompaktkamera, die ich extra für solche Zwecke dabei habe, während der Fahrt gesponnen. Zum Glück hat die Biologin, die uns die Wale gezeigt hat, auch recht gute Fotos gemacht:


Größere Wale gab's dann in Reykjavik im Walmuseum zu sehen, wenn auch nur im Modell (1:1). Anscheinend ist es aber wohl gut möglich, sogar Blauwale in Island zu sehen! Vielleicht beim nächsten Mal.

Als Gruppe sind wir zuletzt noch den "Golden Circle" abgefahren, das sind drei Hauptsehenswürdigkeiten, die günstigerweise nahe bei Reykjavik liegen. Dazu gehört der Geysir Stokkur (sein Bruder, der sogar Geysir heißt, liegt direkt nebenan, ist. aber nicht mehr aktiv) und ein besonders schöner Waserfall (Gullfoss). Am interessantesten war aber der Nationalpark Thingvellir.

Verkürzt gesagt, liegt Island genau an der Grenze zwischen der nordamerikanischen und der europäischen Kontinentalplatte, und die Insel ist erst in geologisch jüngerer Vergangenheit (18 Millionen Jahre) durch austretendes flüssiges Gestein entstanden. Der mittelatlantische Rücken verläuft mitten durch die Insel (, so dass man argumentieren könnte, dass ich gerade in Nordamerika bin...).

Mitten an dieser Bruchstelle haben die alten Isländer ab dem Jahr 930 ihre Nationalversammlung (Thingvellir) abgehalten, die damit den Anspruch erhebt, eines der ältesten Parlamente der Welt zu sein. Ganz zufällig haben sie die Stelle wohl nicht gewählt, denn in dem Graben ist man gut vor den Elementen geschützt - was wir gleich live ausprobieren konnten, denn es war etwas regnerisch:

01 August 2025

Farben Islands

Wir sind schon relativ weit mit unserer Rundreise, im Moment sind wir für drei Nächte in Akureyri, der Hauptstadt des isländischen Nordens. Hier kann man gut essen und hoffentlich auch Wale beobachten (Plan für heute Abend). Ansonsten ist es ziemlich ruhig. Das Wetter war die meiste Zeit recht sonnig, wie ihr an den Bildern seht:

Diamond Beach 
 
Ausläufer des riesigen Vatnajökull-Gletschers
 
Steinsammlung in den Ostfjorden
 
Kältewüste im Hochland (10°C)

Regenbogen beim Dettifjoss-Wasserfall
 
brodelnde Schwefelschlammtöpfe, bei Myvatn