11 August 2013

Urlaubsnachlese

Fast vergessen: Ich bin im Urlaub zufällig auf zwei hübsche Bücher aus der Insel-Bücherei gestoßen und wollte einige Schmankerl daraus hier zitieren:
 

Dieter Wynands, Der Dom zu Aachen
... den Aachener Dom, auf dessen Bedeutung u.a. Papst Paul VI. verwiesen hat, indem er ihn als einen Ort beschrieb "wo die kaiserliche und bürgerliche Geschichte Europas des Mittelalters und der Folgezeit sich mit der Tradition der katholischen Kirche verbindet, und wo im erhabenen Symbol der herrlichen zweifachen Kathedrale sich zwei ursprüngliche stilistische Ausdrucksformen, zwei Arten der Kunst und der Spiritualität, das Romanische und das Gotische nämlich, oder vielmehr zwei Volksarten, die lateinische und die germanische, in zwei berühmten und großartigen Monumenten, die beide geschichtsreich und für dieselbe christliche Zivilisation äußerst bezeichnend sind, in einer unzertrennlichen brüderlichen Einheit begegnen." (S. 60f.)



Victor Hugo, Der Rhein
Sie wissen, ich habe oft gesagt, ich liebe Flüsse. Über Flüsse werden sowohl Ideen als auch Waren befördert. Alle Phänomene der Schöpfung haben ihre großartige Aufgabe. Flüsse, riesigen Trompeten gleich, singen dem Ozean das Lied von der Schönheit der Erde, der Feldbestellung, der Pracht der Städte und der Menschen Ruhm. Ich sagte Ihnen auch das: Vor allen anderen Flüssen liebe ich den Rhein. ... Und immer habe ich starke Gefühle, wenn ich in Kommunikation, fast möchte ich sagen: Kommunion trete mit großen Phänomenen der Natur, die ebenfalls große Geschichtsphänomene sind.

Ja, mein Freund, der Rhein ist ein edler Fluß: aristokratisch, republikanisch, kaiserlich, würdig, sowohl Frankreich als auch Deutschland anzugehören. Die gesamte europäische Geschichte, in ihren zwei großen Aspekten betrachtet, liegt in diesem Fluß der Krieger und der Denker, in dieser phantastischen Woge, die Frankreich zur Tat anregt, in diesem tiefgründigen Rauschen, das Deutschland träumen läßt. (S. 36/37) 
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Und majestätisch erfüllt er nach dem Willen Gottes seine doppelte Funktion als europäischer Kriegs- und Friedensfluß, und er trägt auf der Doppelreihe der Höhenzüge, die seinen Lauf zum größten Teil einfassen, auf der einen Seite Eichen, auf der anderen Wein, auf der einen Seite den Norden, auf der anderen den Süden, auf der einen Seite die Stärke, auf der anderen die Freude... (S. 43)

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