20 Juni 2015

Zukunftsaussichten

Meine wesentliche Aktivität fürs nächste Jahr ist "schreib mal die Doktorarbeit". Danach tritt wieder eine Singularität ein, d.h. es lassen sich noch keine Aussagen über diesen Ereignishorizont hinaus machen. Trotzdem kann ich schon mal allgemein erzählen, wie der Plan ist:
  • Wenn alles gut geht, bin ich in ca. einem Jahr mit der Doktorarbeit fertig. Das würde auch passen, denn ich sollte am Ende des vierten Jahres fertig sein, und das ist so ziemlich dann.
  • Die Doktorarbeit präsentiere ich dann in einer mündlichen Prüfung (viva). Dort wird sie entweder angenommen (unwahrscheinlich) oder mit Änderungswünschen angenommen, die ich dann in einem Monat bis zu einem Jahr anfertige (hängt davon ab, wie zufrieden die Prüfer damit sind).
  • Sobald ich die viva bestehe, verliere ich meinen Status als Student und muss aus dem Wohnheim ausziehen. Damit beginnt die Phase der Jobsuche.
  • Solide akademische Jobs sind hier durchaus zu haben (anders als in Deutschland, wo sie grundätzlich befristet sind), allerdings nicht von heute auf morgen. Ob man einen Job bekommt, hängt im Wesentlichen davon ab, ob man akademische papers veröffentlicht hat, und in welchem journal. Das kann aber bei guten journals druchaus mal 3 Jahre dauern.
  • Um die Zeit zu überbrücken, wäre es ratsam, eine Post-Doc-Stelle anzunehmen/ zu bekommen. Die sind zwar auf 2 bis max. 3 Jahre befristet, aber man wird anständig bezahlt und hat Zeit, an den Veröffentlichungen zu arbeiten.
  • Der Goldstandard ist dann eine Tenure track position, d.h. man bekommt tenure (Stelle auf Lebenszeit), wenn man in den ersten Jahren alle Erwartungen (z.B. auch wieder in Bezug auf Veröffentlichungen) erfüllt. Dann ist auch jeweils wieder die Frage, wo man eine Stelle angeboten bekommt, und ob man dort entsprechend unterstützt wird, um die Erwartungen zu erfüllen.
  • Last not least gibt es an der LSE die Regel, keine Leute fest anzustellen, die dort ihren PhD gemacht haben (zumndest nicht im gleichen Institut).
  • In Deutschland gibt es von vornherein nur befristete Stellen für Nachwuchswissenschaftler, aber es wird immerhin auch diskutiert, mehr tenure track-Stellen einzurichten.
Also: kann alles werden, aber bleibt spannend. 

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