Ich versuche ja, so wenig wie möglich zu fliegen. Daher war ich natürlich interessiert an der Fährverbindung nach Island. Die gibt es ab Hirtshals am Nordende von Dänemark und die Überfahrt dauert 3 Tage, mit Zwischenstopp auf den Färöer-Inseln.
Dabei kommt man allerdings nicht in Reykjavik an, sondern am Ostende von Island, was in meinem Fall logistisch ziemlich unpraktisch war (heißt allerdings auch, dass man mit eigenem Auto anreisen kann und somit kein Mietauto bräuchte). So bin ich auf der Rückreise von Reykjavik auf die Färöer geflogen und nehme jetzt immerhin von dort aus die Fähre zurück, was immer noch einen Tag und zwei Nächte dauert.
Von den Färöern wusste ich vor allem zwei Dinge: Dass es dort ein Zwei-Sterne-Restaurant gibt (Koks) und einen Kreisverkehr unter dem Meer. Ersteres gibt es derzeit nicht mehr – die Räume wurden zu eng, so dass sie letztes Jahr nach Grönland gezogen sind. Dort haben sie aber auch geschlossen und versuchen jetzt weiterhin, neue Räume auf den Färöern zu finden. Die gleichen Leute haben aber zwei andere Restaurants eröffnet (Links auf ihrer Website).
Den Kreisverkehr gibt es natürlich weiterhin und ich hab es mir nicht nehmen lassen, extra mit dem Bus auf die nächste Insel und zurück zu fahren, um ihn anzuschauen. Sehr hübsch, aber auch nicht so spektakulär (Bus hält dort natürlich auch nicht an). Ein färingischer Künstler hat extra für den Tunnel einen Soundtrack komponiert, der aber stilecht nur über Radio (UKW) und LP zu hören ist. Somit war ich da raus.
Sonst sind die Färöer-Inseln aber sehr hübsch, interessant und auf alle Fälle einen Besuch wert! Die Hauptstadt Tórshavn ist wohl die regenreichste Hauptstadt der Welt... Auf der Stadtführung hab ich glernt, dass es derzeit eine 27-jährige Bürgermeisterin gibt. Sonst scheint das Land eher konservativ zu sein, beziehungsweise in wichtigen Fragen immer genau 50:50 gespalten. Politik ist aber trotzdem kooperativ und inklusiv, weil zum Teil auch die Politiker unterschiedlicher Parteien direkt miteinander verwandt sind. Der Wirtschaft geht es gut und die Unabhängigkeit von Dänemark wird hochgehalten (so machen sie auch nicht beim europäischen Roaming mit).
Auf den Färöern lief gerade ein Festival mit einheimischer Musik, so dass ich in den Genuss zweier kostenloser Konzerte gekommen bin. Ansonsten kann man Wandern (wenn einen der häufige Regen nicht stört) und nette Museen besuchen.
Tórshavn: Altstadt und...
...Stadtpark
Ach so, Papageientaucher gibt's dort auch viele, insbesondere wohl auf Mykines. Die Fähre dorthin fuhr aber nicht wegen starken Seegangs. So habe ich eine verkürzte Tour gemacht und auch etliche gesehen, aber wiederum keine guten Fotos machen können.

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